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| 20:34 Uhr

Online-Sprachkurs reicht nicht
Facebook auf Sorbisch? – Mehr digitale Angebote gefordert

Dresden. Einen Online-Sprachkurs gibt es, aber es darf gerne mehr sein: Der Rat für sorbische Angelegenheiten hat die Wichtigkeit der Digitalisierung des Sorbischen angesichts der wachsenden Bedeutung von sozialen Medien betont.

Die Minderheitensprache Sorbisch drohe unattraktiv zu werden, wenn es nicht gelinge, das Sorbische ins digitale 21. Jahrhundert zu bringen, sagte David Statnik von der sorbischen Vertretung am Montag im sächsischen Landtag.

Als praktisches Beispiel nannte er das Netzwerk Facebook, das seinen Nutzern Sorbisch nicht als Menüsprache anbiete. Ausdrücklich begrüßte er die Unterstützung der Regierung etwa beim digitalen Lehrbuch, einer Plattform, über die man etwa die sorbische Sprache online lernen könne, so Statnik, der auch Vorsitzender des sorbischen Dachverbandes Domowina ist.

Zur Unterstützung der Digitalisierung des Sorbischen hat der Freistaat Sachsen bereits seine Unterstützung zugesagt. Der Freistaat fördert noch bis 2019 mit jährlich 250 000 Euro ein Projekt „Sorbische Sprache in den neuen Medien“, wie aus dem neuen Regierungsbericht zur Lage der Sorben hervorgeht. Erstmals wurde der Bericht in einer öffentlichen Anhörung im Wissenschaftsausschuss des Landtags diskutiert.

Die Sorben sind eine in Sachsen und Brandenburg lebende anerkannte nationale Minderheit. Derzeit gibt es rund 60 000 Sorben, die überwiegend in der Lausitz leben. Davon etwa 40 000 im nordöstlichen Teil Sachsens und etwa 20 000 im Südosten Brandenburgs.

(dpa)