ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:23 Uhr

Wirtschaft
Siemens-Werk in Görlitz vorm Aus

Wut, Trauer und Enttäuschung: Bei Siemens in Görlitz versammelten sich am Abend die Mitarbeiter zum Protest gegen die Werkschließung.
Wut, Trauer und Enttäuschung: Bei Siemens in Görlitz versammelten sich am Abend die Mitarbeiter zum Protest gegen die Werkschließung. FOTO: Sebastian Kahnert / dpa
Schwerer Schlag für Oberlausitzer Wirtschaft. In Sachsen sollen gleich zwei Werke schließen. Jan Siegel

Görlitz (si) Der Strukturwandel in der Lausitz beginnt mit dem gestern angekündigten Aus des Siemens-Turbinenwerkes in Görlitz. Mit der Schließung in der Oberlausitz und eines Werks in Leipzig würden insgesamt 920 Industriearbeitsplätze verloren gehen.

Gleichzeitig sollen auch in Berlin insgesamt 870 Siemens-Arbeitsplätze gestrichen werden. Betroffen sind ein Gasturbinenwerk in Moabit (300 Stellen) und das Dynamowerk (570 Stellen).

Der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) reagiert „entsetzt“. „Die Region hat es nicht verdient, die überwiegende Last des Siemens-Stellenabbaus zu tragen“, so Lange.

Die IG-Metall kündigte harten Widerstand gegen die Schließungen an. Ein solcher Stellenabbau sei angesichts der hervorragenden Gesamtsituation des Unternehmens völlig inakzeptabel. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden Detlef Hamann bezeichnete die Siemens-Entscheidung als „wirtschaftlichen Tiefschlag für Ostsachsen“. Die Werkschließung stelle auch viele mittelständische Zulieferer und Dienstleister vor enorme Probleme.

Zu einem „kraftvollen Arbeitskampf“ fordert der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Jurk die Siemens-Werker auf. Und der Grünen-Abgeordnete Stephan Kühn verweist darauf, dass sich die Lausitzer Turbinenbauer zum Weltmarktführer bei dezentralen Biomasse- und solarthermischen Kraftwerken mit vollen Auftragsbüchern entwickelt hatten.

Wegen anhaltender Probleme in seiner Kraftwerks- und in der Antriebssparte will Siemens weltweit insgesamt rund 6900 Jobs streichen.