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| 14:45 Uhr

Tierschutz
Schweinepest: Kritik an Präventionsschwerpunkten

Wie alle Bundesländer bereitet sich Sachsen auf einen möglichen Ausbruch der Schweinepest vor.
Wie alle Bundesländer bereitet sich Sachsen auf einen möglichen Ausbruch der Schweinepest vor. FOTO: Jan Woitas / dpa
Dresden. Der Verein Wildtierschutz Deutschland verlangt ein neues Gesetz zum Wohl der Tiere. „Das 1972 verabschiedete Tierschutzgesetz ist in erster Linie von wirtschaftlichen Interessen geprägt“, sagte Vorsitzender Lovis Kauertz in Dresden. Tiere in der Fleischproduktion würden oft nicht wie Tiere behandelt, „sondern schon zu Lebzeiten wie Hähnchenbrüste, Schweinelenden und Steaks“. Nach den Worten von Kauertz hat die Politik bislang kein nachhaltiges Interesse an der Änderung der Missstände gezeigt. Als aktuelles Beispiel nannte er die Forderung des Bauernverbandes, aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) 70 Prozent der Wildschweine zu töten: „Warum traut sich kein Politiker zu sagen, dass eine solche Forderung jeder Ethik widerspricht, nur mit erheblichen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz machbar ist und meilenweit vom Staatsziel Tierschutz entfernt ist“, fragte der Vereinschef. dpa

Der Verein Wildtierschutz Deutschland verlangt ein neues Gesetz zum Wohl der Tiere. „Das 1972 verabschiedete Tierschutzgesetz ist in erster Linie von wirtschaftlichen Interessen geprägt“, sagte Vorsitzender Lovis Kauertz in Dresden. Tiere in der Fleischproduktion würden oft nicht wie Tiere behandelt, „sondern schon zu Lebzeiten wie Hähnchenbrüste, Schweinelenden und Steaks“. Nach den Worten von Kauertz hat die Politik bislang kein nachhaltiges Interesse an der Änderung der Missstände gezeigt. Als aktuelles Beispiel nannte er die Forderung des Bauernverbandes, aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) 70 Prozent der Wildschweine zu töten: „Warum traut sich kein Politiker zu sagen, dass eine solche Forderung jeder Ethik widerspricht, nur mit erheblichen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz machbar ist und meilenweit vom Staatsziel Tierschutz entfernt ist“, fragte der Vereinschef.

Er warnte vor Panikmache. „In Sachen Prävention handeln unsere Landwirtschaftsminister unüberlegt, hysterisch. Das Risiko der Einbringung des ASP-Virus liegt im menschlichen Handeln, nicht in der Übertragung durch Wildschweine, die 300 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt erkranken.“ Wildschweine seien in der Regel standorttreu: „Wenn sie an ASP erkranken, werden sie kraftlos, sterben nach etwa zwei Tagen und können keine Distanz von Hunderten Kilometern mehr zurücklegen.“ Dagegen sei das Risiko, den Virus über verarbeitetes Schweinefleisch, kontaminierte Tiertransporter oder Jagdreisende einzuschleppen, signifikant höher.

Sachsen hat per Gesetz zeitlich begrenzt die Jagd auf Wildschweine erleichtert. Damit will sich der Freistaat besser vor einer ASP-Ausbreitung schützen. Sie grassiert seit einigen Jahren  in den baltischen Staaten, in Polen, Moldawien, der Ukraine und inzwischen auch in Tschechien.