| 02:40 Uhr

Schulz in Dresden: Verstärkt Alltagssorgen der Menschen beachten

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz FOTO: dpa
Dresden. Kurz vor seiner Teilnahme an einem Anti-Rassismus-Kongress in Dresden hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz einen stärkeren Fokus der Politik auf die Sorgen der Bürger angemahnt. "Es gibt eine große Orientierungslosigkeit", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. dpa/uf

"Wir erleben gewaltsame Konflikte in unserer europäischen Nachbarschaft, eklatante Gerechtigkeitsfragen stellen sich, und oft entsteht der Eindruck, dass sich Politik zu wenig um die Alltagssorgen der Menschen kümmert."

Hier müsse angesetzt werden, "indem wir Kita-Plätze schaffen, die Schulen unserer Kinder in Schuss halten und für bezahlbare Mieten sorgen", mahnte Schulz. "Dann können wir die Rechtspopulisten, die für alles einen Sündenbock, aber für nichts eine Lösung haben, wieder zurückdrängen."

Im Mittelpunkt des Kongresses am Sonntag in der sächsischen Landeshauptstadt steht die Suche nach Antworten auf zunehmenden Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Kanzlerin Angela Merkel CDU), Bundespräsident Joachim Gauck und andere Gäste waren am vergangenen Montag in Dresden am Rande der Feiern zum Tag der deutschen Einheit von mehreren 100 Demonstranten beschimpft und angepöbelt worden, darunter vor allem Anhänger des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses.