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| 12:06 Uhr

Sachsen
Schützenvereine in Sachsen haben wieder mehr Mitglieder

Seit 2014 legen die sächsischen Schützenvereine wieder zu.  Sportler aus dem Freistaat sind auch interbational erfolgreich.
Seit 2014 legen die sächsischen Schützenvereine wieder zu. Sportler aus dem Freistaat sind auch interbational erfolgreich. FOTO: dpa / Daniel Karmann
Leipzig. Eine Aufnahme geht nicht von heute auf morgen. Ein Prüfverfahren und polizeiliches Führungszeugnis sind Voraussetzungen.

Sachsens Schützenvereine finden wieder mehr Zulauf. „Wir haben seit 2014 kontinuierlich zugelegt und das in allen Altersgruppen von der Jugend bis in die Altersklasse“, sagte der Präsident des Sächsischen Schützenbundes, Frank Kupfer, in Leipzig. Gab es im Jahr 2014 etwa 14 450 Mitglieder, waren es im Jahr 2017 gut 16 000. Der Schützenbund, dem derzeit 365 Vereine angehören, sei die größte derartige Vereinigung in Sachsen. Sie ist als Mitglied im Landessportbund Sachsen der Fachverband für sportliches Schießen. Insgesamt gibt es im Freistaat 27 000 Schützen, so Kupfer.

„Besonders mit Werbung konnten wir neue Mitglieder gewinnen, denn Sportschießen ist durchaus noch zeitgemäß“, sagte Kupfer. Bei Veranstaltungen an Schulen vermittele der Verband unter anderem, dass Kraft, Ausdauer, Energie und Konzentration erforderlich sind. Es gäbe Wettkämpfe auf den verschiedensten Ebenen in zahlreichen Disziplinen, so mit Luftdruck-, Klein- und Großkaliber-, Lang- und Kurzwaffen. “Das Schießen in den Vereinen hat nichts mit Rumballern zu tun“, betonte Kupfer.

Sportler aus Sachsen seien auch aus internationalen Wettbewerben erfolgreich hervorgegangen, sagte Kupfer. So belegte etwa Christian Reitz, der zwar heute in Hessen lebt, mit der Schnellfeuerpistole den dritten Platz bei den Olympischen Spielen in Peking.

Die Schützenvereine in Sachsen hätten oft eine lange Tradition, die über mehrere Jahrhunderte reiche, sagte Kupfer. Der älteste Verein sei die Privilegierte Feuerschützengesellschaft Radeberg von 1226. Wie andere Vereine schreibe sie eine Tradition fort, allerdings mit einer Lücke in den Jahren 1933 bis 1990. Viele Vereine seien nach 1990 wiederbelebt worden. Das habe viel Kraft und Ausdauer gekostet.

„Der Erwerb einer Waffe geht nicht von heute auf morgen“, betonte Kupfer. Man müsse mindestens ein Jahr Mitglied in einem Verein sein, einen Sachkundelehrgang mit theoretischer und praktischer Prüfung durchlaufen und mindestens ein Jahr lang regelmäßig trainieren. Erst danach könne eine Genehmigung beantragt werden. Dann laufe das Prüfverfahren der Behörden. Unter anderem müsse ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden.

„Die Vereine vertreten konservative Werte“, sagte Kupfer. Dazu zählten Zuverlässigkeit und Kameradschaft. „Doch politisch treten sie laut Satzung neutral auf“, betonte er. Extremismus in jeglicher Form habe in den Vereinen keinen Platz, darauf werde geachtet. „Man kann zwar nicht Gedanken lesen, doch man kennt sich in der Regel.“

(dpa/uf)