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Warnstreik
„Schluss mit der Hinhaltetaktik“

Wie hier in Dresden beteiligten sich am Freitag Tausende Arbeitnehmer an den Warnstreiks im öffentlichen Dienst.
Wie hier in Dresden beteiligten sich am Freitag Tausende Arbeitnehmer an den Warnstreiks im öffentlichen Dienst. FOTO: Monika Skolimowska / dpa
Dresden/Leipzig. Warnstreiks: Geschlossene Kitas, kein öffentlicher Nahverkehr, Verwaltungen dicht. dpa

Mehr als 4000 Beschäftigte aus Sachsen und Sachsen-Anhalt sind am Freitag in Dresden und Leipzig zu zentralen Kundgebungen der Gewerkschaften Verdi und GEW zusammengekommen. Sie nahmen an den Warnstreiks teil, zu denen die Gewerkschaften unter anderen die Beschäftigten von Kindertagesstätten, Verwaltungen, Betrieben der Ver- und Entsorgung, Sparkassen und Verkehrsbetrieben aufgerufen hatten. Geschlossen blieben deshalb Kitas unter anderen in Leipzig, Halle, Haldensleben, Dresden und Freital. In Leipzig blieben bis zum Nachmittag Busse und Bahnen in den Depots.

„Es muss Schluss sein mit der Hinhaltetaktik“, sagte die Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe in Dresden und forderte die Arbeitgeber zu Zugeständnissen auf. Eine bessere Bezahlung sei auch für die Nachwuchsgewinnung wichtig: „Wenn der Arbeitgeber will, dass für unseren Beruf Nachwuchs kommt, dann müssen die Arbeitsbedingungen stimmen und das Geld.“

Die Vorsitzende der GEW in Sachsen-Anhalt, Eva Gerth, unterstrich in Leipzig die Forderung nach mindestens 200 Euro mehr Lohn und Gehalt. Würden weniger als sechs Prozent Erhöhung erzielt, bekämen die am schlechtesten bezahlten Erzieherinnen nicht einmal diesen Betrag mehr.

Verdi-Chef Frank Bsirske wiederholte in Leipzig die Forderung der Gewerkschaften nach sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro, für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Kommunen und des Bundes. Dies könnten die öffentlichen Haushalte bei sprudelnden Steuereinnahmen auch leisten. „Gute Leute, gute Arbeit, gutes Geld - das muss eine Einheit werden“, erklärte Bsirske. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst seien bereit, gute Arbeit abzuliefern.