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| 07:35 Uhr

Fast 170 Tote
Schlimmste Grippesaison seit 2001 in Sachsen zu Ende

Die Grippewelle hat auch in Sachsen in diesem Jahr schwer gewütet.
Die Grippewelle hat auch in Sachsen in diesem Jahr schwer gewütet. FOTO: dpa / Karl-Josef Hildenbrand
Dresden . Volle Arztpraxen, Patienten auf Intensivstationen, Personalmangel in Büros und Krankenhäusern - die Grippe hat in Sachsen diesmal jedes Maß gesprengt.

168 Tote und 47 704 gemeldete Erkrankungen sind die Bilanz der schlimmsten und längsten Grippesaison in Sachsen seit 2001. Das Gesundheitsministerium in Dresden geht nach dem Ende der Influenza-Saison von einer noch höheren Dunkelziffer aus, da nicht jeder Erkrankte den Arzt aufsucht und nicht in jedem Fall eine Laboruntersuchung veranlasst wird. Auch eventuelle Nachmeldungen seien nicht ausgeschlossen. „Nach dieser schweren Influenzawelle ist die Impfung im Herbst bei jedem hoffentlich fest eingeplant“, mahnte Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU).

In der im Oktober 2017 begonnenen Grippesaison dominierten nach Angaben des Ministeriums wie bundesweit zu 76 Prozent Influenza B-Viren. Sie waren zu 99 Prozent der Yamagata-Linie zuzuordnen, einem Virusstamm, der nur im Vierfach-Impfstoff enthalten war. Die sehr ausgeprägte Influenza-B-Welle sei noch durch eine Influenza-A-Welle verstärkt worden. Auf dem Höhepunkt der Epidemie wurden pro Woche je zwischen 4200 und maximal 7400 Fälle registriert. „Es erkrankten hauptsächlich Menschen, die keinen Impfschutz hatten“, sagte Klepsch. Allerdings wurde der Impfstatus nur in der Hälfte der Fälle übermittelt.

167 Erwachsene zwischen 37 und 97 Jahren sowie ein einjähriger, durch eine Herzfehlbildung vorgeschädigter Junge starben an Influenza. Diesmal erkrankten vor allem ältere Erwachsene, zu fast einem Drittel 45- bis 64-Jährige, zu knapp einem Viertel 25- bis 44-Jährige und nur zu 14 Prozent Senioren über 65 Jahre. „Dies belegt einmal mehr, dass die Influenza keine harmlose Erkrankung ist und man sich durch eine Impfung schützen sollte“, warnte die Ministerin. Das sei zwar keine hundertprozentige Garantie, aber die beste Vorbeugung. Und künftig zahle die Kasse den Vierfach-Impfstoff.

Vor allem medizinisches Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern sollte sich auch zum Schutz von Patienten impfen lassen, ebenso Erzieher in Kitas und Schulen, appellierte Klepsch. Sie will das Impfverhalten des medizinischen Personals auch vor dem Hintergrund ändern, dass die jüngste Grippesaison zu Notständen in Krankenhäusern geführt hat, und die Aufklärung in der Bevölkerung verstärken. „Um die Impfquoten zu erhöhen, müssen alle Akteure zusammenwirken.“

Im Winter 2016/2017 gab es nachweislich 83 Tote, die Zahl der Erkrankten lag bei 16 700. In der Saison davor waren nur knapp 11 000 Influenza-Fälle und 15 Tote registriert worden, 2014/2015 fast 12 600 Erkrankungen. Im Winter zuvor hatte es mit 375 Fällen nur einen Bruchteil der üblichen Infektionen gegeben.

(dpa/bob)