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| 13:25 Uhr

Depressionen
Sächsischer CDU-Fraktionschef Kupfer tritt zurück

Kupfer ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten.
Kupfer ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. FOTO: dpa / Arno Burgi
Vier Jahre lang war Frank Kupfer Chef der CDU-Landtagsfraktion. Dass er nun das Amt abgibt, hat einen ganz besonderen Grund. Er habe lange dagegen angekämpft, sagte der CDU-Politiker

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Frank Kupfer, ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. «Ich leide seit langer Zeit an einer Depression», sagte Kupfer am Donnerstag im sächsischen Landtag. Als Nachfolger brachte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den 68-jährigen Geert Mackenroth ins Gespräch.

«Wir haben gemeinsam - Frank Kupfer und ich - Geert Mackenroth vorgeschlagen, eine Persönlichkeit, die sowohl im Kabinett Erfahrung hat als auch im Landtag», sagte der Regierungschef. Der frühere Justizminister Mackenroth ist seit 2014 sächsischer Ausländerbeauftragter.

Der Fraktionschef soll am 25. September neu gewählt werden. Jedes Fraktionsmitglied kann einen Vorschlag machen und kandidieren. Es könnten also noch weitere Vorschläge hinzukommen.

«Es gibt Phasen, wo man sich gut fühlt und wo man Kraft hat», sagte Kupfer. «Es gibt Phasen, wo das eben nicht der Fall ist, wo man am liebsten gar nichts mehr hören und gar nichts mehr sehen möchte.» Er habe sich viele Jahre darum bemüht, dass niemand etwas von seiner Krankheit mitbekommt. «Dieses hat so viel Kraft gekostet, dass ich letztendlich erschöpft bin. Ich kann einfach nicht so weitermachen.»

Der 56-Jährige war seit September 2014 Vorsitzender der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag. Davor war der gebürtige Torgauer (Landkreis Nordsachsen) von 2008 bis 2014 Umwelt- und Landwirtschaftsminister in Sachsen. Kupfer will sein Landtagsmandat behalten, zur Landtagswahl 2019 aber nicht wieder antreten.

Kretschmer zeigte sich schwer erschüttert von Kupfers Rücktritt. «Es ist ein besonders trauriger und tragischer Moment in meiner politischen Geschichte», sagte er. Kupfer habe der Fraktion berichtet, wie er gegen seine Krankheit gekämpft und dann beschlossen habe, dass es nicht mehr gehe. Er stellte Kupfers Verhalten als beispielhaft dar. «Man muss sich der Sache stellen, man muss darüber sprechen, es gibt immer einen Ausweg», sagte Kretschmer.

(dpa)