| 12:42 Uhr

Sachsens Justizminister: Suizid war nicht vorhersehbar

Das Ortseingangsschild von Leipzig (Sachsen) ist am am 13.10.2016 vor der Justizvollzugsanstalt (JVA) Leipzig zu sehen. Der unter Terrorverdacht festgenommene Dschaber al-Bakr war hier am Mittwoch in seiner Zelle erhängt aufgefunden worden. Nach Angaben des Justizministerium in Dresden habe sich der 22-jährige Syrer am Abend das Leben genommen.
Das Ortseingangsschild von Leipzig (Sachsen) ist am am 13.10.2016 vor der Justizvollzugsanstalt (JVA) Leipzig zu sehen. Der unter Terrorverdacht festgenommene Dschaber al-Bakr war hier am Mittwoch in seiner Zelle erhängt aufgefunden worden. Nach Angaben des Justizministerium in Dresden habe sich der 22-jährige Syrer am Abend das Leben genommen. FOTO: dpa
Dresden. Die Selbsttötung des terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr in einem Leipziger Gefängnis hätte aus Sicht des sächsischen Justizministers Sebastian Gemkow nicht geschehen dürfen. Al-Bakr habe sich mit seinem Hemd an einem Gitter stranguliert. werde derzeit obduziert.

Nach dem Suizid des terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr in einem Leipziger Gefängnis hat Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow Vorwürfe zurückgewiesen, die Selbsttötung hätte verhindert werden können. Nach jetzigem Stand habe man alles getan, um das zu verhindern, beteuerte der CDU-Politiker am Donnerstag in Dresden. Einen Rücktritt lehnte er ab. „Dafür gibt es keine Veranlassung im Moment“, sagte Gemkow.

Der Minister sagte aber zu der Selbsttötung: „Das hätte nicht passieren dürfen. Es ist aber leider geschehen.“ Al-Bakr habe sich mit seinem Hemd an einem Gitter stranguliert. Der Leiter der Justizvollzugsanstalt, Rolf Jacob, sprach von einem T-Shirt. Die Leiche des 22-jährigen werde noch am Donnerstag obduziert, sagte Gemkow.

Al-Bakr sei in seiner Gefängniszelle zunächst alle 15 Minuten kontrolliert worden. Am Mittwochnachmittag sei dann aber eine Expertenrunde zu dem Ergebnis gekommen, dass man die Kontrollen in einem Zeitabstand von 30 Minuten machen könne. Eine Vollzugsbeamtin habe dann um 19.45 Uhr bei einer vorzeitigen Kontrolle - bereits eine Viertelstunde nach der letzten Kontrolle - festgestellt, dass sich Al-Bakr selbst getötet habe. Die Reanimation blieb erfolglos.

Jacob erläuterte weiter, Al-Bakr habe am Dienstag eine abgerissene Deckenlampe in seiner Zelle gemeldet. „Man hat das als Vandalismus eingestuft.“ Im Sinne einer Suizidgefährdung sei das nicht gedeutet worden. Später sei bemerkt worden, dass auch eine Steckdose manipuliert gewesen sei.

Al-Bakr war am Montag in Leipzig festgenommen worden. Nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz hatte der anerkannte Flüchtling einen Sprengstoffanschlag auf einen Berliner Flughafen geplant und bereits weitestgehend vorbereitet.