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| 19:56 Uhr

Sachsen
Die CDU will auf Augenhöhe verhandeln 

 Katja Meier und Wolfram Günther beantworten Fragen zu den ersten Sondierungsgesprächen mit Michael Kretschmer und dessen CDU.
Katja Meier und Wolfram Günther beantworten Fragen zu den ersten Sondierungsgesprächen mit Michael Kretschmer und dessen CDU. FOTO: dpa / Robert Michael
Dresden. Sachsens Wahlgewinner zeigt sich an Ideen von Grünen und SPD interessiert – offene Atmosphäre bei erster Sondierung. Von Jörg Schurig

CDU, Grüne und SPD in Sachsen wollen im Fall einer gemeinsamen Regierung den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken. Das betonten die Verhandlungsführer der drei Parteien beim Auftakt ihrer Sondierung am Montag im Dresdner Ständehaus mehrfach. „Ich möchte gern einen freundlichen Freistaat, der gut nach vorn geht, der Menschen einbindet, der den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Stärkung dieses Landes weiter ausbaut“, sagte CDU-Regierungschef Michael Kretschmer. Die Union werde auf Augenhöhe verhandeln. Man sei an Ideen und Gedanken der anderen interessiert.

„Politik muss Freude machen. Wir alle sind politisch engagierte Menschen, weil wir etwas bewegen wollen, nicht weil wir verwalten wollen, sondern weil wir gestalten wollen, nicht weil wir verbieten wollen, sondern weil wir ermöglichen wollen“, betonte Kretschmer. Er ging auch auf Kritik aus den Reihen der stark konservativen Werteunion ein, die ein Bündnis mit den Grünen ablehnt und eine Minderheitsregierung möchte. Es gehe darum, das Endergebnis einer Arbeit zu bewerten, sagte Kretschmer. Jetzt Kommentare zu machen sei sachfremd, weil die Gespräche noch gar nicht richtig begonnen hätten.

Nach den Worten der Grünen-Verhandlungsführerin Katja Meier haben alle drei Parteien vom Wähler den Auftrag, das Land zu gestalten und nach vorn zu bringen. Es gehe darum, einen neuen Aufbruch zu wagen, der „hoffentlich zu mehr Zusammenhalt führen wird“. Die Grünen sähen Chancen in der Bürgerschaft. Man wolle ermöglichen, dass sich Menschen einbringen könnten. Grünen-Fraktionschef Wolfram Günther stellte klar, dass alle drei Parteien ihre Unterschiede nicht verbergen. Man müsse jedoch in der Lage sein, gemeinsame Ziele zu bestimmen. „Wir haben eine Vielfalt in diesem Land.“

„Es geht um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und um Zukunft“, sagte SPD-Parteichef Martin Dulig. Die Menschen hätten eine Erwartung an die drei Parteien. „Vielleicht ist es sogar diese Koalition, die die richtige Antwort auf die Herausforderungen dieser Zeit ist.“ Die ersten Gespräche seien sehr harmonisch verlaufen, nun müsse man das Gemeinsame finden: „Hier verhandeln drei Partner im Willen, dieses Land zu gestalten und den Zusammenhalt in dieser Gesellschaft zu organisieren.“

Nach dem Willen der potenziellen Bündnispartner soll die Sondierung bis Anfang Oktober dauern. Dazu sollen neun Arbeitsgruppen gemeinsame Ziele definieren. Die Ergebnisse sind zugleich Basis für zwei weitere Sondierungsrunden am 27. September und 3. Oktober in großer Besetzung. Am Montag waren Union, Grüne und SPD mit zehnköpfigen Delegationen ins Ständehaus gekommen.