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| 21:30 Uhr

Politik
Sachsens AfD setzt auf Pegida

Siegbert Droese (l.) und Jörg Urban. Beide stehen für Kooperation mit Pegida und wollen Nachfolger von Frauke Petry werden.
Siegbert Droese (l.) und Jörg Urban. Beide stehen für Kooperation mit Pegida und wollen Nachfolger von Frauke Petry werden. FOTO: Michael Kappeler / dpa
Leipzig. Der amtierende Vorsitzende Siegbert Droese und der Chef der Landtagsfraktion, Jörg Urban, wollen am kommenden Wochenende beim Parteitag in Hoyerswerda Parteichef werden. dpa

(dpa/uf) Die sächsische AfD fordert von der Bundespartei freie Hand für ein Bündnis mit der islamfeindlichen Dresdner Pegida. Entsprechend äußerten sich am Dienstag der amtierende Vorsitzende Siegbert Droese und der Chef der Landtagsfraktion, Jörg Urban. Beide kandidieren am kommenden Wochenende für die Nachfolge Frauke Petrys, die nach ihrem Rücktritt als Landesvorsitzende im September vergangenen Jahres aus der AfD ausgetreten war. Als dritter Kandidat will sich der frühere sächsische DSU-Chef Norbert Koch dem Votum des Mitgliederparteitags in Hoyerswerda stellen.

Im Großraum Dresden gebe es bereits „ein Bündnis mit Pegida im weitesten Sinne“, sagte Droese. „Und wir haben stark davon profitiert.“ Wenn es nicht gelinge, „Pegida an unserer Seite zu halten, dann werden es vielleicht fünf oder sechs Prozent weniger an Zustimmung für (die Landtagswahl) 2019“.

Noch unter Petry hatte der Bundesvorstand 2016 einen Abgrenzungsbeschluss gefasst und eine Zusammenarbeit mit Pegida abgelehnt. „Die Bundespartei hat nach meinem Eindruck allmählich verstanden, dass wir Sachsen freie Hand brauchen“, sagte Droese. „Für Sachsen gesprochen: Pegida ist für uns sehr wichtig.“

Im Gegensatz zu den Altparteien verfüge die AfD über keine Organisationen im vorpolitischen Raum. „Es gibt zwar erste zarte Pflänzlein wie einen eigenen Unternehmerverband, aber so etwas wie die Gewerkschaften für die SPD oder die Kirchen für die CDU fehlt uns“, sagte Droese. Eine solche Rolle könne Pegida spielen.

„Ich kann mir das sehr gut vorstellen“, sagte auch Urban. Pegida sei eine „Bürgerbewegung“. „Das Wichtigste ist, dass dort Menschen zusammenkommen und regelmäßig deutlich machen, dass sie mit der Situation unzufrieden sind.“

ARCHIV - 19.10.2017, Sachsen, Dresden: Jörg Urban, Fraktionsvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) sitzt während einer Pressekonferenz im sächsischen Landtag. (zu dpa «Amtierender AfD-Vorsitzender Droese setzt auf Pegida» vom 30.01.2018) Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 19.10.2017, Sachsen, Dresden: Jörg Urban, Fraktionsvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) sitzt während einer Pressekonferenz im sächsischen Landtag. (zu dpa «Amtierender AfD-Vorsitzender Droese setzt auf Pegida» vom 30.01.2018) Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: Sebastian Kahnert / dpa