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Sachsens älteste Gärten im Landkreis Leipzig an der A72 entdeckt

Europaweit einzigartig: Nur 30 Zentimeter unter der Oberfläche eines Feldes wurden die Archäologen fündig.
Europaweit einzigartig: Nur 30 Zentimeter unter der Oberfläche eines Feldes wurden die Archäologen fündig. FOTO: dpa
Rötha. Ar chäologen haben Sachsens bislang älteste Gärten an der Baustelle für die Autobahn 72 im Landkreis Leipzig entdeckt. Die vor rund 7300 Jahren angelegten Areale gehörten zu einem Langhaus aus der Jungsteinzeit, dessen Überreste zwischen Rötha und Espenhain gefunden wurden. dpa/roe

"Das ganz Besondere ist, dass wir flügelartige abgegrenzte Bereiche am Haus haben. Ein solcher Befund ist europaweit einzigartig", sagte Archäologe Harald Stäuble am Freitag. Im Boden fänden sich Spuren von Pfosten, anhand derer sich die von Palisaden umzäunten Gärten nachvollziehen ließen. Wozu die Siedler in der Jungsteinzeit diese 250 und 530 Quadratmeter großen Gärten nutzten, wissen die Forscher noch nicht. "Weil es so robust gebaut war, lässt es uns vermuten, dass Tiere drin gestanden haben", sagte Stäuble. 5000 Bodenproben seien am Grabungsort genommen worden. An dem Teilabschnitt der geplanten Autobahn 72, die Chemnitz mit Leipzig verbinden soll, waren die Archäologen seit Februar 2013 mit ihren Ausgrabungen beschäftigt.