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Sachsen würdigt ehrenamtliche Richter und Schöffen

Sebastian Gemkow lud zu einer Dankesveranstaltung in sein Ministerium ein.
Sebastian Gemkow lud zu einer Dankesveranstaltung in sein Ministerium ein. FOTO: dpa
Dresden. Neben den Berufsrichtern haben 2016 auch 5944 Laien an den sächsischen Verwaltungs-, Arbeits-, Sozial-, Zivil- und Strafgerichten Fälle verhandelt. Ehrenamtliche Richter und Schöffen seien "der Garant dafür, dass die Justiz das Urteil nicht nur im Namen des Volkes, sondern auch durch das Volk spricht", sagte Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) bei einer Dankesveranstaltung am Montag im Justizministerium. dpa/uf

Geehrt wurden 197 Frauen und Männer, die seit zehn oder 20 Jahren ihr Rechtsempfinden und ihre persönliche Berufs- und Lebenserfahrung bei Gericht einbringen.

Neben 2545 ehrenamtlichen Richtern an Zivil-, Arbeits-, Sozial- und Verwaltungsgerichten gab es zudem 3399 Schöffen, wie die Laienrichter in Strafkammern heißen. Im Gegensatz zu den ehrenamtlichen Richtern, die berufen oder teilweise von Interessengruppen benannt werden, werden sie aus Vorschlägen der Gemeinden vom Wahlausschuss am jeweiligen Amtsgericht ausgewählt.

Die Tätigkeit der Ehrenamtlichen sei wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Rechtspflege, betonte Gemkow. Sie ergänzten die eher juristisch geprägte Sichtweise der Berufsrichter zur lebensnahen Beurteilung. Laienrichter werden auf Zeit berufen - jeweils für fünf Jahre - und können wiedergewählt werden. Bei den Fachgerichten sind auch Gewerkschafts- oder Vertreter von Kirchen, aus dem öffentlichen Dienst oder von Sozialversicherungsträgern aktiv.

In Verhandlungen haben Laienrichter gleiches Stimmrecht wie ihre hauptberuflichen Kollegen. Grundsätzlich kann jeder Deutsche zwischen 25 und 70 Jahren verpflichtet werden, das Schöffenamt zu übernehmen. Das Spektrum der Berufe reicht von Koch bis Ingenieur und vom Arbeitslosen bis zum Professor, sagte ein Ministeriumssprecher.