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| 21:34 Uhr

Bildung
Sachsen will mehr Geld für Ost-Kitas

Im Osten ist der Betreuungsschlüssel für Kita-Kinder ungleich schlechter als in den alten Bundesländern.
Im Osten ist der Betreuungsschlüssel für Kita-Kinder ungleich schlechter als in den alten Bundesländern. FOTO: dpa / Christian Charisius
Dresden. Landtag diskutiert die Qualität der Kindertagesstätten und kritisiert die Betreuungsschlüssel. dpa

Der sächsische Kultusminister Christian Piwarz (CDU) fordert vom Bund mehr Geld für Kitas im Osten. „Ostdeutsche Kindertageseinrichtungen betreuen deutlich mehr Kinder unter drei Jahren als in den alten Bundesländern“, teilte Piwarz am Donnerstag mit. Wenn man wie in den alten Bundesländern weniger Plätze finanzieren müsse, könne man sich auch bessere Betreuungsschlüssel leisten. Bei der Verteilung der Bundesmittel müssten die höheren Betreuungsquoten im Osten stärker berücksichtigt werden, forderte er weiter.

In Sachsen gibt es laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zu wenige Erzieher in Kindertagesstätten. Trotz einer Verbesserung seien die Personalschlüssel seit Jahren ungünstiger als im ostdeutschen Mittel. Am 1. März 2017 kamen rechnerisch in der Krippe für unter Dreijährige auf eine Fachkraft 6,4 Kinder, in Kindergärten lautete das Verhältnis 1 zu 13,1. Der Durchschnitt in Ostdeutschland betrug 1 zu 6 beziehungsweise 1 zu 11,9. Die Stiftung empfiehlt eine Relation von 1 zu 3 beziehungsweise 1 zu 7,5.

Die Qualität der Kitas wurde im Landtag kontrovers beurteilt. Die CDU verwies auf bereits erzielte Erfolge. Außerdem habe man seit 2014 erheblich investiert und den Personalschlüssel in den Kitas gesenkt, erklärte CDU-Bildungsexperte Lothar Bienst. Während Piwarz von einem „Aufbruch“ sprach, kritisierten die Grünen „Trippelschritte“.

Die Opposition kritisierte die bereits beschlossenen Maßnahmen als zu wenig. „Wir wollen weg von diesen Trippelschritten, wir wollen eine deutliche Verbesserung, die man auch merkt“, sagte Petra Zais von den Grünen.