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Teils mehr Bewerber als Plätze
Sachsen weiterhin als Studienort beliebt

Studierende sitzen im Hörsaal der Technischen Universität (TU) Dresden (Sachsen).
Studierende sitzen im Hörsaal der Technischen Universität (TU) Dresden (Sachsen). FOTO: Arno Burgi / dpa
Dresden. Sachsen ist weiterhin ein beliebter Studienort. Die Nachfrage an den Hochschulen übersteigt vielerorts das Angebot. In der Zahl der Erstsemester schlägt sich das aber nicht unbedingt nieder. Von Deutsche Presse-Agentur GmbH dpa

Sachsens Hochschulen stehen bei angehenden Akademikern weiter hoch im Kurs. Auch für das neue Wintersemester übersteigt die Nachfrage meist das Angebot, bei den zulassungsbeschränkten Studiengängen müssen Bewerber abgelehnt werden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. „In den freien Studiengängen kann sich jeder einschreiben“, sagte eine Sprecherin der Technischen Universität (TU) Dresden.

Auch die Leipziger Universität Leipzig und Fachhochschulen sind weiterhin gefragt. Die Gesamtzahl der immatrikulierten Erstsemester wird allerdings erst im November vorliegen, da die Frist zur Einschreibung teilweise noch läuft.

Die landesweit größte Universität, die TU Dresden, geht von einem gleichbleibenden Niveau aus. Die Zahlen näherten sich vor allem durch den Wegfall der doppelten Abiturjahrgänge wieder denen von vor 2010 an, hieß es. Bis 2012 waren sie von knapp 8400 auf fast 9500 gestiegen, seitdem gehen sie zurück. Im Herbst 2016 begannen 7360 junge Menschen ein Studium an der TU, wo diesmal erneut Psychologie, Medizin und Betriebswirtschaftslehre (BWL), aber auch Gesundheit und Pflege, Medienforschung und Lehramt begehrt sind. Vor allem bei den NC-Fächern war die Nachfrage höher als das Angebot.

An der Uni Leipzig gingen nach deren Angaben mit rund 47 200 Bewerbungen knapp 2500 mehr ein als im Vorjahr. Das Immatrikulationsverfahren läuft noch. Bisher schrieben sich an der Alma Mater Lipsiensis gut 7000 Erstsemester ein - etwa 500 weniger als im Oktober 2016; 2015 lag die Zahl bei 7275. Die meisten Bewerbungen gab es für Lehramt und Psychologie, aber auch Kommunikations- und Medien- oder Politikwissenschaft waren gefragt. Insgesamt studieren rund 29 500 Frauen und Männer in der Messestadt, rund 3150 davon aus dem Ausland.

Auch an der TU Chemnitz liegen die Einschreibungen bisher leicht über dem Vorjahr. Immatrikulations- sowie Los- und Nachrückeverfahren bei den NC-Fächern liefen noch, sagte ein Sprecher. Bis Anfang Oktober hätten sich dort rund 2000 Studienanfänger eingeschrieben. Vor allem der Studiengang Psychologie sei begehrt. Ausländische Studenten, deren Anteil inzwischen bei 25 Prozent liegt, drängt es vor allem zum Master-Abschluss in Automotive Software Engineering.

An der TU Bergakademie Freiberg wird mit einem Erstsemester-Plus von etwa zehn Prozent gerechnet. Hier macht das Rennen der Diplomstudiengang Geotechnik und Bergbau, aber auch Maschinenbau und BWL können punkten. „Das Interesse schwankt jedes Studienjahr etwas“, sagte ein Sprecher. 2016 galt es überproportional stark der Chemie. Für Freiberg spricht nach Angaben von Rektor Klaus-Dieter Barbknecht die exzellente Betreuung Studierender und deren rasche Einbindung in Forschungsprojekte.

An der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden beginnen 1300 junge Männer und Frauen ein Studium, so viele wie vor einem Jahr. Dabei gibt es einen Anstieg bei ausländischen Studienanfängern, deren Anteil bei zwölf Prozent liegt. Mit 3400 Bewerbungen überstieg auch hier die Nachfrage das Angebot. An der Hochschule Zittau/Görlitz laufen die Einschreibungen noch. Nach Angaben einer Sprecherin haben die Sozialwissenschaften mehr Bewerber als Plätze.

Die Hochschule Mittweida hat bisher 2352 eingeschriebene „Erstis“ und damit knapp 50 mehr als vor einem Jahr. „Die 7000er Marke bei den Studierenden werden wir wohl noch knacken“, berichtete ein Sprecher beim Stand von 6987. Fast jeder Fünfte kommt aus dem Ausland. Dabei steigt die Nachfrage bei Ingenieurwissenschaften und bei Mathematik, Medien und Informatik. Beliebte Klassiker bleiben BWL sowie Allgemeine und Digitale Forensik.

1016 Erstsemester und damit weniger als bisher sind an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) eingeschrieben. Sie geht von einem Rückgang der Studentenzahl aus - auch wegen der geburtenschwachen 1990er Jahre im Osten. Dazu komme der gesamtgesellschaflich begründete Mangel an Interesse für Berufe im Bereich Digitalisierung, sagte ein Sprecher. Die WHZ ist auf die sogenannten MINT-Fächer spezialisiert.

Wieder nachgefragt ist unterdessen die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig. Nach Angaben einer Sprecherin werden in diesem Herbst 1662 Erstsemester immatrikuliert, die Nachfrage betrug das Sechsfache. Bei den Studiengängen BWL und Soziale Arbeit lag das Verhältnis zum Angebot sogar bei über 1:20.