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Sachsen sind begeisterte Häuslebauer

Dresden. Der Trend zur eigenen Scholle setzt sich fort. Sachsens Bauhandwerk legte 2013 im Wohnungsbau um zwölf Prozent zu. Auch wenn sich abseits der Metropolen nach wie vor wenig tut. Christine Keilholz

Steigende Umsätze im Wohnungsbau vermeldete das sächsische Baugewerbe gestern in Dresden. Um zwölf Prozent stiegen die Umsätze im Jahr 2013 auf insgesamt 1,53 Milliarden Euro. Das trotz schlechter Wetterbedingungen. Obwohl sich der Winter im vergangenen Jahr bis nach Ostern zog und obwohl das Hochwasser Anfang Juni vielen Häuslebauern in die Quere kam, lässt der Trend zum Eigenheim in Sachsen nicht nach.

Gerade rund um die Metropolen Leipzig und Dresden wird eifrig gebaut, weshalb der Präsident des Sächsischen Baugewerbeverbands, Andreas Baumann, von einem flächendeckenden Bauboom im Lande lieber nicht sprechen will: "Während die Baukonjunktur im ländlichen Raum vielerorts zu wünschen übrig lässt, ersticken unsere Betriebe in den Ballungszentren zuweilen in Aufträgen", sagte Baumann am Donnerstag in Dresden.

Zusammen mit den Bauaufträgen für die Wirtschaft und für die öffentliche Hand summierte sich der Umsatz des sächsischen Bauhauptgewerbes im vergangenen Jahr auf 6,11 Milliarden Euro. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort: Die Sachsen investieren mehr ins Eigenheim. Entsprechend freute sich auch die Dresdner Haus-Messe Ende Februar über viel Besuch und guten Umsatz. Am dichtesten war dabei das Gedränge rund um die Stände der Fertig- und Massivhausanbieter, teilt der Messeveranstalter Ortec mit. Zu verdanken sei das insgesamt der "derzeit sehr hohen Konsumbereitschaft der Deutschen". Die interessierten sich auf der Dresdner Messe besonders für hochpreisige Wohnbäder, Designerküchen, für Kachelöfen, Holzparkett und Tischlermöbel - oder eben für günstigere Möglichkeiten, das eigene Häuschen frischer und moderner zu gestalten.

Niedrige Bauzinsen und steigende Mieten machen einen Hausbau derzeit sehr attraktiv. Und das obwohl in Sachsen grundsätzlich genügend Wohnraum vorhanden ist.

Laut dem Wohnungspolitischen Konzept, das Innenminister Markus Ulbig (CDU) kürzlich präsentierte, übersteigt vielerorts das Angebot auf dem Wohnungsmarkt die Nachfrage. Beim Wohnungsleerstand rangiert Sachsen mit knapp zehn Prozent bundesweit an der Spitze. Während im ländlichen Raum der Leerstand ansteigen wird, sind Leipzig und Dresden auf Wachstumskurs. Ulbig setzt deshalb auf spezielle Fördermaßnahmen. "Wichtig ist, dass es ausreichend Wohnungen für jeden Anspruch gibt", so der Minister.

"Wir greifen speziellen Lebenslagen unter die Arme, wie beispielsweise älteren Menschen oder jungen Familien." Von denen sich immer mehr für das eigene Haus entscheiden. Davon profitieren die Bauhandwerksbetriebe, vom Fliesenleger bis zum Saunabauer.

Auf 56 600 Beschäftigte konnte die Branche im vergangenen Jahr zulegen. Tendenz steigend. "Wenn die Auftragslage stimmt", sagt Baugewerbepräsident Baumann, "kann unser Bedarf an guten Fachkräften um zehn Prozent steigen."