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| 03:04 Uhr

Sachsen setzt auf Recycling und seltene Rohstoffe

Sachsen will den Bergbau im Land wiederbeleben. Derzeit laufen etwa im Erzgebirge größere Erkundungen nach Lithium. Foto: dapd
Sachsen will den Bergbau im Land wiederbeleben. Derzeit laufen etwa im Erzgebirge größere Erkundungen nach Lithium. Foto: dapd FOTO: dapd
Dresden. Sachsen will zum Sekundärrohstoff-Land werden. Dies wurde in der neuen Rohstoffstrategie festgelegt, die Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) gestern in Dresden vorstellte. Neben der Wiederverwertung von Rohstoffen soll auch der heimische Bergbau wiederbelebt werden. dapd/dpa/guc

Sachsen soll nach dem Willen der Landesregierung zu einem führenden Standort für die Rückgewinnung von Rohstoffen in Europa werden. Künftig solle ein besonderes Augenmerk auf die Verwertung von Sekundärrohstoffen wie Recycling von Elektroschrott gelegt werden. Das sieht die am Dienstag im Kabinett verabschiedete Rohstoffstrategie Sachsens vor. "Angesichts des auch international steigenden Bedarfs an Rohstoffen werden die sächsischen wichtiger", sagte Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP).

Investition in Forschung

In Sachsen gebe es bereits große Erfahrungen bei der Rohstoff-Rückgewinnung. Die neue Strategie sieht vor, Innovationen und Investitionen auf diesem Gebiet stärker zu fördern. Ziel sei, weitere Forschungseinrichtungen nach Sachsen zu holen. Die im Land vorhandenen Bergbau-Kompetenzen sollten weiter ausgebaut werden, auch um Sachsens internationale Spitzenstellung in der Forschung zu sichern. Zudem sei es ein Ziel, sächsisches Fachwissen international zu vermarkten und den Bedarf an hochqualifizierten Fach- und Führungskräften zu sichern. Das Bundesland solle so zum Sekundärrohstoffland werden. Der Minister sagte weiter, große Chancen biete auch die Wiederbelebung des heimischen Bergbaus.

Bekenntnis zum Bergbau

Sven Morlok: "Wir bekennen uns zum Bergbau, wir wollen Bergbauland bleiben." Auch wegen steigender Weltmarktpreise gebe es ein großes Interesse an verschiedenen Rohstoffen. Er verwies auf die Erkundung von Kupfervorkommen in der Lausitz. Zunehmend interessant für Investoren seien auch Indium, Wolfram, Seltene Erden und Lithium. Er rechne mit neuen Bergwerken, aber erst mittel- und langfristig. In welchem Maße Sachsen etwa die Erkundung und den Abbau von Rohstoffen finanziell unterstützen will, besagt die Strategie nicht. Investitionsförderungen für den Abbau von Rohstoffen könne es nach EU-Recht nicht geben, wohl aber für die Verwertung von Sekundärrohstoffen oder für Investitionen in Maschinen und Anlagen. Die Erschließung weiterer Braunkohle tagebaue sei derzeit nicht beabsichtigt, sagte der Minister.

In der Rohstoffwirtschaft in Sachsen gibt es nach Ministeriumsangaben derzeit rund 5000 Unternehmen mit 75 000 Beschäftigten. Ein Schwerpunkt ist neben der Braunkohleförderung die Gewinnung von Steinen und Kiesen für die Baubranche.