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| 01:24 Uhr

Sachsen setzt auf Mediziner mit Akzent

Als Instrument gegen den Ärztemangel setzt Sachsen weiter auf Unterstützung durch österreichische Mediziner. Von tino moritz

Am Montag unterzeichneten Gesundheitsministerin Helma Orosz (CDU) und der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner, in Dresden eine Vereinbarung zum Ausbau der bisherigen Zusammenarbeit. Orosz nannte als Ziel, dass nun auch fertig ausgebildete Fachärzte aus Österreich in Sachsen freiwerdende Hausarztpraxen besetzen.
Nach Angaben der Österreichischen Ärztekammer haben sich bisher zwei Mediziner mit Praxen in Sachsen niedergelassen. Hinzu kommen rund 60 Österreicher, die an Krankenhäusern des Freistaats ihre Facharztausbildung erhalten. Bereits seit drei Jahren bemühen sich beide Seiten, durch Jobmessen den in Österreich zu viel ausgebildeten Mediziner-Nachwuchs nach Sachsen zu locken.
Der Präsident der sächsischen Landesärztekammer, Jan Schulze, nannte die Zusammenarbeit mit den österreichischen Kollegen erfolgreich. Zwar würden die Mediziner den Ärztemangel in Sachsen nicht beseitigen, aber sie trügen zu einer guten Patientenversorgung im Freistaat bei. Schulze verwies zugleich darauf, dass die "Wahlsachsen" aus Österreich sich auf neue Medikamentennamen, Formulare und Mentalitäten einzustellen hätten.
Auch Ministerin Orosz würdigte, dass die zumeist jungen Ärzte aus Österreich bislang in Kliniken vorhandene Lücken geschlossen hätten. Die geschlossene Vereinbarung soll nach ihrer Ansicht auch dazu beitragen, bürokratische Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Eine intensivere Zusammenarbeit bietet sich aus ihrer Sicht bei der Werbung zusätzlicher Fachärzte an.
Während in Österreich fertige Allgemeinmediziner oftmals jahrelang auf eine Chance warteten, sich niederlassen zu können, gebe es in Sachsen viele freie Hausarztpraxen, fügte Orosz hinzu. Laut Ministerium gibt es derzeit 270 offene Arztstellen in den Kliniken des Freistaats sowie jeweils 60 bis 80 offene Stellen bei niedergelassenen Hausärzten sowie Fachärzten.