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| 16:31 Uhr

Ausgeflogen
Sachsen schiebt Asylbewerber nach Afghanistan ab

Dresden/Kabul. Sachsen hat Asylbewerber aus Afghanistan in ihre Heimat abgeschoben. Die drei Männer befanden sich an Bord eines Flugzeuges, das am Dienstagabend in München abflog, teilte das Innenministerium des Freistaates am Mittwoch auf Anfrage mit. Einer von ihnen saß in Haft.

Beobachter von Flüchtlingsorganisationen bestätigten die Ankunft des Flugzeuges am Mittwochmorgen in Kabul. In der Maschine sollen mehr als 50 abgelehnte Asylbewerber gesessen haben.

Damit haben Bund und Länder die bisher größte Gruppe abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan zurückgebracht. Bislang sollten nicht mehr als 50 Flüchtlinge an Bord solcher Flüge sein. Oft waren es weniger als 20 pro Flug. Abschiebungen nach Afghanistan sind wegen der sich rasant verschlechternden Sicherheitslage umstritten. Die radikalislamischen Taliban lehnen Friedensangebote ab und verschärfen ihre Angriffe auf Regierung, Sicherheitskräfte und Städte.

Laut Innenministerium waren in Sachsen Ende Mai 11 850 abgelehnte Menschen zur Ausreise verpflichtet. 9010 von ihnen sind geduldet, vor allem weil Reisedokumente fehlen. Die größte Gruppe zur Ausreise Verpflichteter stammt aus Indien (1617), gefolgt von Russland (1196) und Pakistan (1067). Dahinter rangieren Afghanen (798) und Libanesen (789). Von Januar bis Ende Mai dieses Jahres schob Sachsen 739 Asylbewerber ab. Im gleichen Zeitraum 2017 waren es 1017.

(dpa)