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| 17:44 Uhr

Antje Feiks will wieder auf Platz zwei
„Kontinuität und Erneuerung“

Die neue Chefin der sächsischen Linken, Antje Feiks, steht mit hrer Partei vor großen Herausforderungen.
Die neue Chefin der sächsischen Linken, Antje Feiks, steht mit hrer Partei vor großen Herausforderungen. FOTO: Peter Endig / dpa
Dresden. Sachsens Linke will mit Antje Feiks bei der Landtagswahl 2019 wieder zweitstärkste Kraft im Land werden. Von Christiane Keilholz

Rico Gebhardt ist am Wochenende gelungen, was Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) noch bevorsteht. Der langjährige Chef der sächsischen Linken ist ehrenvoll abgetreten und hat es geschafft, seine Wunschkandidatin für die Nachfolge durchzusetzen. Die Wahl der 38-jährigen Antje Feiks zur neuen Vorsitzenden beim Parteitag in Chemnitz war auch ein Votum für Gebhardt. Das stimmte zufrieden. Er freue sich darüber, „dass Kontinuität und Erneuerung möglich sein“ würden, sagte der scheidende Chef nach der Wahl.

Eine Erneuerung hat die Partei dringend nötig. Bei der Bundestagswahl am 24. September wurde die Linke vom Platz zwei in der sächsischen Parteienhierarchie gestürzt. Die AfD holte dabei sogar mehr Stimmen als die CDU. Dort, wie auch bei den Linken, wird seitdem über Konsequenzen beraten – vor allem personelle.

Tillich kündigte vor drei Wochen seinen Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten an. Auf dem Parteitag der CDU am 8. Dezember will er auch den Parteivorsitz abgeben. Doch Tillichs Wunschnachfolger, der derzeitige Generalsekretär Michael Kretschmer, hat bis dahin noch ein paar Widerstände zu überwinden. Nicht nur innerhalb der Partei fühlten sich viele überrumpelt – auch die Fraktionen im Landtag wollen sich ihre Zustimmung zum neuen Regierungschef möglichst teuer abkaufen lassen.

Auch bei den Linken war vor dem Parteitag über „Erbfolge“-Bestrebungen gegrummelt worden. Am Ende gaben aber doch 104 von 185 Delegierten Antje Feiks ihre Stimme – der Gegenkandidat André Schollbach unterlag mit 75 Stimmen. Dabei hatte sich für den 39-jährigen Anwalt aus Dresden eine hochrangige Gruppe von Unterstützern ausgesprochen, darunter drei Bundestagsabgeordnete sowie mehrere Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete.

Viel Kontinuität also. Dennoch betonen die Linken den Aufbruch. Im neuen Landesvorstand sind zehn von 18 Mitgliedern neue Gesichter. Das Gremium ist nach Geschlechtern hälftig austariert und im Durchschnitt 40,5 Jahre alt. Auf den Zustrom von jungen Leuten legt man großen Wert in dem Landesverband, der mittlerweile weniger als 9000 Mitglieder hat. Problem ist nur, dass sich dieser Zustrom auf die großen Städte beschränkt, wo Studenten und Jung-Akademiker sich einschreiben, die auf eine Job-Perspektive in der Partei hoffen.

Auf dem Land dagegen wird das linke Netz immer löchriger. Ein Thema, an dem die Partei nicht vorbei kommt. Entsprechend hat sich der neue Landesvorstand ein Arbeitsprogramm verordnet. Mit einer Offensive für den ländlichen Raum wollen die Linken ihre Präsenz in der Fläche verstärken. Rico Gebhardt hofft derweil darauf, weiter Chef der Landtagsfraktion zu bleiben. Auf diese Aufgabe will sich der 54-jährige Auer konzentrieren.