• Sachsen hat nach wie vor deutschlandweit mit die höchsten Corona-Zahlen
  • Wie Ministerpräsident Kretschmer am Freitag, 19.11.21, ankündigte, werde das öffentliche Leben angesichts der dramatischen Situation in der Corona-Pandemie von Montag, 22.11.21, stark zurückgefahren
  • Wie es mit dem Unterricht in Schulen und Kitas weitergeht für die Kinder im Freistaat, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst
Schulen und Kindertagesstätten in Sachsen sollen trotz der weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens geöffnet bleiben. Das sieht die neue Coronaverordnung für den Kita- und Schulbereich vor. Kitas sowie Grund- und Förderschulen müssen jedoch in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen, hieß es. Das bedeutet eine strikte Trennung der Gruppen und feste Bezugspersonen, um Infektionsketten kurz und nachvollziehbar zu halten. Die Verordnung gilt seit dem 29. November. Bis Weihnachten wird die Schulbesuchspflicht ausgesetzt.

Rund ein Viertel der Schulen in Sachsen aktuell ganz oder teils geschlossen

„Angesichts des sehr hohen Infektionsgeschehens in Sachsen sichern wir den Betrieb in Schulen und Kitas besser ab. Den Schul- und Kitabesuch unter diesen Bedingungen weiter zu ermöglichen, stellt Erzieherinnen und Erzieher und auch die Lehrkräfte vor enorme Herausforderungen“, erklärte Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Es dürfe jedoch nicht sein, dass Kinder und Jugendliche darunter leiden, dass die Quote der nicht vollständig geimpften Erwachsenen nirgendwo so hoch ist wie in Sachsen. Die Zahl der wegen Corona geschlossenen Schulen in Sachsen steigt derweil stark. Aktuell (Stand 27.11.) sind 214 Schulen teilweise und 121 Schulen vollständig geschlossen, wie das Kultusministerium mitteilte. Das entspricht einem Anteil von knapp 24 Prozent. Seitdem sind diese Zahlen aber noch weiter gestiegen.

Schulbesuchspflicht in Sachsen wird ausgesetzt

Alle Schülerinnen und Schüler können durch die Erziehungsberechtigten von der Präsenzbeschulung schriftlich abgemeldet werden. Die Abmeldung muss durch Belange des Infektionsschutzes begründet sein. Ein etwaiges Ab-und Anmelden für einzelne Wochentage kommt nicht in Betracht. Die Kinder oder Jugendlichen verbringen dann die Lernzeit zuhause. Einen Anspruch auf Beschulung der Schülerinnen und Schüler durch Lehrkräfte, wie im Präsenzunterricht, gibt es jedoch nicht. Das ist in der angespannten Situation von den Schulen nicht zu leisten.

Vorgezogene Weihnachtsferien in Sachsen?

Wie schon das Nachbarland Brandenburg denkt auch Sachsen über ein Vorziehen der Weihnachtsferien nach. In Brandenburg beginnen die Ferien drei Tage früher schon am 20. Dezember. Alle Infos dazu gibt es hier:

Testpflicht an Schulen und Kitas bleibt bestehen

Für den Zutritt zum Schul- und Kitagelände müssen sich nicht vollständig geimpfte Personen dreimal wöchentlich auf das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 testen oder mit einem aktuellen Testnachweis belegen, dass keine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt. Für Geimpfte und Genesene wird die regelmäßige Testung empfohlen.

Sachsen testet wieder dreimal wöchentlich an Schulen auf Corona

An Sachsens Schulen wird wieder dreimal pro Woche auf das Coronavirus getestet. Davon betroffen sind nur ungeimpfte Menschen, jedoch werden auch ihnen die regelmäßigen Tests empfohlen. Die generelle Schließung von Schulen ist in der ab Montag gültigen neuen Schul- und Kita-Corona-Verordnung nicht vorgesehen. Jedoch werde das Infektionsgeschehen an jeder einzelnen Schule täglich in den Blick genommen, um mit Maßnahmen wie temporären Schulschließungen oder der Anordnung des eingeschränkten Regelbetriebes lokale Corona-Ausbrüche unter Kontrolle zu bekommen.

Maskenpflicht auch im Unterricht

Für Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe 5 besteht weiterhin die Pflicht, eine OP-Maske (oder FFP2-Maske) im Unterricht zu tragen. Für Primarschüler besteht hingegen keine Maskenpflicht im Unterricht

Absage außerschulischer Aktivitäten

Außerschulische Aktivitäten sind sehr restriktiv zu handhaben, teilte das Bildungsministerium am Freitag mit. Das heißt, sie dürfen derzeit nicht stattfinden. Weitere Informationen dazu erfolgen direkt an die Schulen.

Kinder- und Jugendmediziner warnen vor erneuten Schulschließungen

„Ich plädiere dringend dafür, den Schulbetrieb während der gesamten vierten Welle aufrechtzuerhalten“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, der „Rheinischen Post“. Mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes hatten die Ampel-Parteien umfassende Schulschließungen für die Zukunft ausgeschlossen. Dötsch sagte, es sei zu hoffen, dass sie sich auch dann noch daran erinnerten, wenn sich die Lage weiter verschärfe und weitergehende Maßnahmen notwendig werden sollten.
Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnte vor erneuten harten Einschränkungen für Kinder und Jugendliche. „Diese dürfen niemals erfolgen, bevor nicht alle anderen Maßnahmen des Infektionsschutzes ausgeschöpft sind, dazu gehört etwa auch eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene“, sagte BVKJ-Bundessprecher Jakob Maske.

Neue Corona-Regeln in Sachsen ab 22.11.21

Weihnachtsmärkte werden abgesagt, Kultur- und Freizeiteinrichtungen geschlossen und Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Corona-Hotspots eingeführt: Angesichts rasant steigender Infektionszahlen fährt Sachsen große Teile des öffentlichen Lebens herunter. "Die Situation ist hochdramatisch", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag in Dresden. 2G- oder 2G-Plus-Regeln allein reichten nicht mehr aus, nötig sei jetzt ein "Wellenbrecher".
Was Sachsen erlebe, werde in vielen Teilen Deutschlands in den kommenden Wochen und Monaten eintreten. Grundsätzlich müssten die Geimpften weniger Einschränkungen hinnehmen, aber auch diese Menschen müssten mit Beschränkungen leben. "Wir brauchen zur Bekämpfung der Pandemie mehr Wir und weniger Ich", betonte Kretschmer. "Hier geht es ganz klar um Solidarität."
Die Maßnahmen seien "kein Lockdown", betonte Kretschmer. Es sei aber "zwingend", dass die Maßnahmen nun durchgesetzt würden. Die niedrige Impfquote sei der eigentliche Grund für diese Situation. "Wir sind hier alle in einem Boot, und wir sind alle in einer kollektiven Mithaftung."

Gewerkschaft will Testpflicht für Kita-Kinder

Wegen der hohen Corona-Zahlen müssen sich Schüler in Sachsen noch mindestens bis Weihnachten dreimal pro Woche testen – aus Sicht von Kita-Personal sollte diese Testpflicht auch für Kindertagesstätten gelten. „Es ist unsinnig, dass es eine eindeutige Testpflicht für Grundschulen gibt, aber nicht für Kitas und Horte“, sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Uschi Kruse.
Sie gehe zwar davon aus, dass der ein oder andere Träger Corona-Tests eingeführt habe, um auch Eltern zu beruhigen. Einen Überblick habe sie jedoch nicht. „Ich würde mir dafür einheitliche Regelungen wünschen“, sagte Kruse.
Ähnlich sieht es auch Ivette Plaettner. Die Erzieherin und Betriebsrätin in einer Kita in Oßling (Landkreis Bautzen) hat gerade im Internet eine Petition gestartet für eine Testpflicht an Kitas. „Überall müssen sich Menschen testen, auch in ihrer Freizeit“, sagte sie. Nur für Kita-Kinder gelte das nicht.