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| 07:58 Uhr

Studie
Sachsen ist Schlusslicht beim gesellschaftlichen Zusammenhalt

Abgeordnete des Sächsischen Landtages bei einer Sitzung im Plenarsaal des Landtages in Dresden (Sachsen). Der Freistaat kommt bei einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht gut weg.
Abgeordnete des Sächsischen Landtages bei einer Sitzung im Plenarsaal des Landtages in Dresden (Sachsen). Der Freistaat kommt bei einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht gut weg. FOTO: Monika Skolimowska / dpa
Dresden/Berlin. Sachsen hat in der Studie „Sozialer Zusammenhalt in Deutschland 2017“ die geringsten Werte aller Bundesländer erreicht. Brandenburg erreicht die zweitniedrigsten Werte. Berlin bewegt sich im Durchschnitt, kommt aber bei einem bestimmten Themenfeld nicht gut weg. Von Rüdiger Hofmann (mit dpa)

In der am Montag veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann Stiftung wurden neun Themen abgefragt, darunter das Vertrauen in Mitmenschen und Institutionen, das Gerechtigkeitsempfinden und die Hilfsbereitschaft. Auf einer Skala von Null (minimaler Zusammenhalt) bis 100 (maximaler Zusammenhalt) erreichten die Sachsen einen Index von 57,06 Punkten, der bundesweite Schnitt liegt bei 61,37.

Der geringste gesellschaftliche Zusammenhalt wurde in den Städten Dresden, Bautzen, Görlitz und dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge festgestellt (54,50). Zwickau sowie die Landkreise Vogtland und Erzgebirge liegen nur rund einen Punkt unter dem Bundesdurchschnitt. Der gesellschaftliche Zusammenhalt unter den Deutschen ist laut der Studie im Saarland am stärksten ausgeprägt (63,07). Berlin bewegt sich im Mittelfeld (59,43). Die Berliner haben im Vergleich zu anderen Bundesbürgern laut der Studie aber ein schwaches Gerechtigkeitsempfinden. Auf einer Skala von Null (minimale Gerechtigkeit) bis 100 (maximale Gerechtigkeit) erreichte die Hauptstadt einen Index von 32,8 Punkten, der bundesweite Schnitt liegt fünf Punkte höher. Untersucht wurde, ob die Menschen die materielle Verteilung in der Gesellschaft als gerecht empfinden und ob sie sich gerecht behandelt fühlen.

Brandenburg hat in der Studie die zweitniedrigsten Werte aller Bundesländer erreicht. Die Brandenburger erzielten einen Index von 57,71 Punkten, der bundesweite Schnitt liegt bei 61,37. Der gesellschaftliche Zusammenhalt unterscheidet sich in den einzelnen Regionen Brandenburgs kaum. In größeren Städten wie Potsdam und Brandenburg (58,51) liegen die Werte etwas höher als in ländlichen Regionen wie Barnim, Prignitz oder der Uckermark (57,26).

Das Markt- und Sozialforschungsinstitut Infas hat von Januar bis März 2017 rund 5000 Deutsche ab 16 Jahren befragt. Die Telefon-Interviews dauerten im Schnitt eine halbe Stunde.