ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:02 Uhr

Sachsen erleichtert Besuch des Gymnasiums

Dresden. Eltern haben künftig mehr Mitspracherecht bei der Schulwahl ihrer Kinder. Das sieht eine gestern in Dresden vorgestellten Neuregelung der so genannten Bildungsempfehlung vor. Demnach dürfen Grundschüler nach Klasse 4 auch dann aufs Gymnasium wechseln, wenn der Notendurchschnitt in den Fächern Deutsch und Mathematik 2,5 beträgt und die Eltern dies dennoch ausdrücklich wünschen.. Bisher war dafür die Durchschnittsnote 2 erforderlich. „Wir haben den Notendurchschnitt gelockert und den Elternwillen gestärkt“, sagte Kultusminister Steffen Flath (CDU).


Wenn Grundschüler eine schlechtere Note als 2,5 haben, können sie die Mittelschule besuchen oder eine Aufnahmeprüfung machen, für die wiederum eine 2,5 als bestanden gilt. Flath appellierte an Lehrer und Eltern, die Neuregelung sorgfältig zu nutzen. Die Zahl der Rückkehrer vom Gymnasium an die Mittelschule dürfe nicht steigen. "Nichts ist schlimmer als frustrierte und demotivierte Kinder." Zu Beginn des Schuljahrs wechselten nach der 5. Klasse 27 von 7557 Gymnasiasten (0,4 Prozent) und nach 6. Klasse 97 von 9067 Gymnasiasten (1,1 Prozent) zurück an die Mittelschule, weil sie den Anforderungen nicht standhielten. Nach den Klassenstufen 7, 8 und 9 waren es 2,2, 4,0 und 4,5 Prozent.
Nach Flaths Worten steht und fällt mit der Bildungsempfehlung nicht die schulische und berufliche Zukunft der Kinder. "Es gibt in Sachsen viele Wege, ein gescheiter Mensch zu werden." Der Wechsel von der Mittelschule zum Gymnasium solle fortan durchlässiger gemacht werden. Außerdem gebe es den Weg zum Studium auch über das berufliche Gymnasium und die Fachoberschule. Im vergangenen Jahr erhielten 38,5 Prozent der Schüler eine Empfehlung für den Besuch des Gymnasiums.
Der Landeselternrat begrüßte die Entscheidung. Vorsitzende Gisela Grüneisen sieht dabei keine Gefahr, dass ehrgeizige Eltern mittelmäßig begabte Kinder "durchboxen". Die Neuregelung ist Flath zufolge ein erster Schritt beim Umsetzen der Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD. Nach dem Willen der Sozialdemokraten sollen die Eltern das alleinige Sagen bei der Schulwahl haben. Im vergangenen Schuljahr erhielten 38,5 Prozent der Schüler eine Empfehlung für den Besuch eines Gymnasiums, tatsächlich wechselten aber nur 36,1 Prozent.
Schule im Internet: www.sachsen-macht-schule.de