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Roland Löffler folgt auf Frank Richter

Roland Löffler wird neuer Direktor der Landeszentrale für politische Bildung.
Roland Löffler wird neuer Direktor der Landeszentrale für politische Bildung. FOTO: Staatskanzlei
Dresden. Mehr als 40 Leute hatten sich um den Direktorenposten beworben. Am Dienstag gab der Stiftungsrat dem Stiftungsmanager Roland Löffler den Zuschlag. ckz1

Die zuständige Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) hatte den 46-Jährigen vorgeschlagen.

Roland Löffler hat evangelische Theologie und Philosophie in Tübingen, Berlin, Cambridge und Marburg studiert. Nach seiner Promotion war er Gastprofessor an der Universität Montreal. Löffler bringt als Manager Erfahrungen von der Herbert-Quandt-Stiftung mit. Derzeit arbeitet er als Geschäftsführer der Stiftung Westfalen Initiative in Münster. Er hat publiziert zu den Themen Inte gration, Migration und interkulturelle Bildung, ebenso zum demografischen Wandel und zum ländlichen Raum. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war dabei das zivilgesellschaftliche Engagement und die politische Kultur in den neuen Bundesländern.

Löfflers Themenportfolio hat den Stiftungsrat überzeugt. Der Kuratoriums-Vorsitzende, der CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Fritzsche, schwärmt von Löfflers "fachlicher Expertise, seiner Leitungserfahrung bei Stiftungen und nicht zuletzt seinen Vorstellungen zur zukünftigen Ausgestaltung der politischen Bildungsarbeit der Landeszentrale".

Diese Bildungsarbeit war in den letzten Jahren durchaus umstritten. Auf dem Höhepunkt der Pegida-Bewegung vor zwei Jahren war es Ex-Direktor Frank Richter, der im Sinne der CDU-SPD-Staatsregierung eine Art Botschafterrolle übernahm. Richter setzte sich nicht nur mit der Pegida-Orga-Clique um Lutz Bachmann und Kathrin Oertel auseinander - was die Regierung selbst nicht tun wollte. Er trat auch in Talkshows mit Oertel auf, quasi als ihr Mediaberater. Was in Sachsen viele aufregte, die fanden, das sei dann doch recht eigenwillige Bildungsarbeit. Trauriger Höhepunkt dieses Kurses war, als Richter im Januar 2015 die erste offizielle Pressekonferenz der Pegida-Spitze in der Landeszentrale stattfinden ließ.

Immerhin konnte der katholische Theologe Richter mit seiner tiefenentspannten Art auch bei etlichen Debattenrunden im eigenen Haus etwas Druck vom Debattenkessel lassen. Seit Februar ist Frank Richter nun Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche.

Den Nachfolger bestätigte das Kuratorium am Dienstagabend mit 13 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen.

Weniger zufrieden als Fritzsche ist Kerstin Köditz. Der Auserwählte sei "der Richtige für CDU- und wirtschaftsnahe Anliegen", kritisiert die Linken-Landtagsabgeordnete. Die Personalie muss noch vom Kabinett bestätigt werden - was voraussichtlich nach der Sommerpause Anfang August passieren wird.