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| 02:39 Uhr

Roland Kaiser: Europa muss solidarisch sein in Flüchtlingsfrage

Dresden. Der Sänger Roland Kaiser hat in der Flüchtlingsfrage einen fehlenden Zusammenhalt der europäischen Länder beklagt. Wenn das vereinte Europa in dieser Frage solidarisch wäre und die einzelnen Länder Flüchtlinge gemessen an ihren Bevölkerungszahlen aufnehmen würden, wäre das Problem auch lösbar, sagte der 64 Jahre alte Künstler am Wochenende am Rande eines Auftrittes in Dresden. dpa/sm

Deutschland käme in diesem Fall auf vielleicht 300 000 oder 400 000 Flüchtlinge. "Das wäre immer noch unterhalb der Grenze an Zuwanderung, die wir ohnehin pro Jahr brauchten, um unser Leben hier aufrecht zu erhalten", sagte Kaiser (Foto). Schwierig sei es nur, wenn Deutschland, Österreich und Schweden das Problem allein lösen müssten: "Das wird nicht klappen. Das ist eine große Gefahr für das vereinte Europa."

Die aktuelle Entwicklung bereite ihm Sorge, sagte er mit Blick auf einen Rechtsruck in einigen Ländern. Solche Strömungen würden meist dann entstehen, wenn "die etablierten Parteien keine Antworten finden und Themen nicht aufgreifen, die den Leuten auf der Seele brennen". Bei seinen Auftritten in Dresden, wo Kaiser eine besonders große Fangemeinde besitzt, hatte er immer wieder Stellung gegen die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung bezogen.

Auf die Frage, ob er damit nicht auch Teile seines Publikums verprellt habe, sagte der Künstler: "Ich kann meine persönlichen politischen Meinungen und meine Verantwortung und Dankbarkeit, die ich spüre, nicht abhängig machen von merkantilen Interessen."