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| 18:30 Uhr

Logistik
Riesaer Hafen mit Rekord – auf der Schiene

Hafen Riesa Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH
Hafen Riesa Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH FOTO: Frank Claus / LR
Riesa. Elbehäfen haben es schwer. Auch 2017 hat das Niedrigwasser die Bilanz beim Transport per Schiff verhagelt. Dafür holt die Schiene auf. Von Frank Claus

Die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) hat 2,66 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Das ist ein Anstieg um ein Prozent im Vergleich zum Jahr 2016. Dabei wird immer deutlicher: Häfen an der Elbe haben nur dann eine Chance, wenn sie trimodal aufgestellt sind, also auf Straße, Schiene und Schiff umschlagen.

Das anhaltende Niedrigwasser von Mai bis Oktober hat zu einem Rückgang des Transportvolumens per Binnenschiff um 17 Prozent auf knapp 195 000 Tonnen geführt. Per Schiff werden überwiegend Container, Getreide, Flussspat, Sojaschrot, Stahlprodukte, Schrott und Projektladungen transportiert. Mühlbergs Elbehafen bleibt weiter bedeutungslos. Nur in ganz geringen Mengen ist dort Holz umgeschlagen worden.

Ein Rekordergebnis hat der Con­tainerumschlag im Hafen Riesa eingefahren, so SBO-Geschäftsführer Heiko Loroff. Im Jahr 2017 wurden 42 907 Containereinheiten (TEU) umgeschlagen – ein Plus von 4920 TEU (plus 13 Prozent) gegenüber 2016. Damit sei das beste Ergebnis seit Bestehen des Containerterminals erzielt worden. Die Container werden zweimal wöchentlich mit der Elbe-Container-Linie ECL2000 und fünfmal wöchentlich mit der Ganzzugverbindung AlbatrosExpress zwischen Riesa und Hamburg/Bremerhaven transportiert. Grundlage für die positive Entwicklung des Con­tainerumschlages im Hafen Riesa sei das Anbieten von ganzheitlichen logistischen Lösungen für die angesiedelten Unternehmen und Kunden. In der Containerservicehalle würden Leistungen rund um den Con­tainer angeboten. Das Portfolio reiche von Reparaturen, Reinigungen, Sonderbau und Handel von Containern über den Einbau von Inlets und Spezialeinbauten bis hin zu Be- und Entlabelung, dem Containerstauen und -packen sowie der Kommissionierung für Kunden.

Dabei drückt die Riesaer immer noch die geplante Erweiterung des Containerterminals, die eigentlich in diesem Jahr erfolgen sollte. Wegen zahlreicher Einsprüche, unter anderem zum Lärmschutz und zu Licht­emissionen, gibt es immer noch keinen Planfeststellungsbeschluss. Die SBO will bei einer Förderung von 80 Prozent 22 Millionen Euro investieren, um den wachsenden Bedarf befriedigen zu können. Schon jetzt sei Riesas Logistikstandort randvoll ausgelastet. Noch gehen etwa 90 Prozent aller Transporte zu den deutschen Seehäfen. Zunehmend mehr habe das Unternehmen aber Transporte nach Osteuropa im Blick. „Intensiv beschäftigen wir uns auch mit der Verladung von Lkw-Trailern“, erklärt der Geschäftsführer und hat dabei die anhaltenden Personalnöte der Speditionen im Blick. Es werde immer schwerer, Lkw-Fahrer zu finden. Der Trailer-Transport habe allerdings hohe Ansprüche an Flexibiliät und Ladungssicherheit.

Die Häfen Dresden, Roßlau und Lovosice hätten sich bereits seit Jahren als hervorragende Dienstleistungsstandorte für den Umschlag von Projektladungen etabliert. Besonders positiv sei die Entwicklung im Hafen Dresden. Seit der Inbetriebnahme eines Raupenkranes im Jahr 2015 sei der Hafen Dresden kontinuierlich zum Zentrum für den Schwergutumschlag in der Region ausgebaut worden. Im Jahr 2017 erfolgten 118 Großverladungen mit einem Gesamtgewicht von 10 500 Tonnen. Damit habe sich die Umschlagmenge vom Vorjahr verdoppelt.

Hafen Riesa Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH - Geschäftsführer Heiko Loroff
Hafen Riesa Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH - Geschäftsführer Heiko Loroff FOTO: Frank Claus / LR