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| 19:00 Uhr

Archäologen stehen vor Problemen
Reise per Steinzeit-Segler: Archäologen  vor Problemen

Der Experimental-Archäologe Dominique Görlitz neben einem Modell des Schilfboot-Projekts „Abora III“. Sieben Monate vorm Start gibt es Hindernisse.
Der Experimental-Archäologe Dominique Görlitz neben einem Modell des Schilfboot-Projekts „Abora III“. Sieben Monate vorm Start gibt es Hindernisse. FOTO: dpa / Martin Kloth
Chemnitz. Expeditionsleiter Dominique Görlitz will im Sommer erneut per Schilfboot aufbrechen. Doch Bürokratie macht seiner Crew Ärger. dpa

Die Teile liegen versandfertig in Bolivien, doch die Verschiffung lässt auf sich warten: Sieben Monate vor dem geplanten Start der Schilfboot-Expedition „Abora IV“ hat deren Leiter Dominique Görlitz mit unerwarteten Problemen zu kämpfen. Die Ausfuhr der Komponenten für den Steinzeit-Segler gestaltet sich schwieriger als bei drei ähnlichen Missionen zuvor.

Und in Russland muss der Experimental-Archäologe aus Chemnitz nach eigenen Angaben überraschenderweise eine „Genehmigung zur Durchführung von Meeresforschung“ einholen.

Die Expedition „Abora IV“ soll vom russischen Sotschi über Varna (Bulgarien), Istanbul und Athen bis nach Kreta (Griechenland) führen. Mit dem Segeltrip will Görlitz prähistorische Handelsrouten aufzeigen.

„Mit den eigenen Arbeiten sind wir voll im Plan. Wir kämpfen mit dem Amtsschimmel“, sagte Görlitz. Er und seine Mitstreiter erlebten nun, was einem Unternehmer drohe, der bereit sei, im Ausland zu investieren.

Den Erschwernissen zum Trotz ist der 52-Jährige davon überzeugt, mit seiner vierten Mission wie vorgesehen auf Fahrt zu gehen. „Ich löse das“, betonte er. „Wir tun alles dafür, dass wir im Juni 2019 ablegen dürfen.“ Dafür verhandele er fast täglich mit den Behörden und Institutionen sowohl in Bolivien als auch in Russland sowie mit deutschen diplomatischen Vertretungen.

„Für mich gibt es keine zweite Option“, sagte Görlitz. Und für den Fall, dass er dennoch scheitern sollte, gelte: „Es ist nicht falsch, eine negative Erfahrung zu machen.“

Rund 100, von Aymara-Indios angefertigten Teile aus Holz und Teichsimse sind vorbereitet und liegen in Bolivien für den Transport bereit, um dann in Russland zum Schilfboot zusammengebaut zu werden. Er habe noch ein Zeitfenster bis April, sagte Görlitz. Dann müssten die Komponenten auf dem Weg sein, weil die Überfahrt rund 50 Tage dauere. Vorausschauend habe er beim Bau der Teile schon eine Reserve von vier bis sechs Wochen eingeplant.

Der Experimental-Archäologe Dominique Görlitz neben einem Modell des Schilfboot-Projekts „Abora III“. Sieben Monate vorm Start gibt es Hindernisse.
Der Experimental-Archäologe Dominique Görlitz neben einem Modell des Schilfboot-Projekts „Abora III“. Sieben Monate vorm Start gibt es Hindernisse. FOTO: dpa / Martin Kloth