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| 02:37 Uhr

Razzia in Bautzen: Polizei will Krawalle am Kornmarkt aufklären

Der Kornmarkt in Bautzen war im vergangenen Jahr mehrfach Schauplatz von Auseinandersetzungen.
Der Kornmarkt in Bautzen war im vergangenen Jahr mehrfach Schauplatz von Auseinandersetzungen. FOTO: dpa
Bautzen. Die Ausschreitungen zwischen jungen Flüchtlingen und Einheimischen in Bautzen sollen lückenlos aufgeklärt werden. Im Morgengrauen erscheint die Polizei bei Tatverdächtigen und wird fündig. dpa/uf

Schreckschusspistolen, Baseballschläger und Elek troschocker: Die Polizei hat im Zuge ihrer Ermittlungen zu den Gewaltexzessen zwischen Rechten und jungen Flüchtlingen in Bautzen am Mittwoch Wohnungen von 18 Tatverdächtigen durchsucht. Betroffen waren zwölf Asylbewerber im Alter zwischen 15 und 23 Jahren und sechs Deutsche im Alter von 17 bis 38 Jahren, teilten die Polizeidirektion Görlitz und die Staatsanwaltschaft Görlitz mit.

Die Beamten stellten neben Mobiltelefonen, Speichermedien und Computern bei den deutschen Tatverdächtigen unter anderem auch zwei Schreckschusspistolen, einen Schlagring und zwei als Taschenlampe getarnte Elektroschocker fest. Außerdem fanden sie geringe Mengen Betäubungsmittel und Rauschgiftutensilien. Durchsucht wurden Wohnungen und Unterkünfte in Bautzen, Hoyerswerda, Schönteichen und Gnasch-witz. Insgesamt waren rund 130 Polizisten im Einsatz.

Anlass für die Durchsuchungen waren die Ermittlungen zu den Auseinandersetzungen am 14. September 2016 und in der Nacht vom 1. zum 2. November in der Bautzener Innenstadt, hieß es. Damals waren junge Asylbewerber und mutmaßliche Rechtsex tremisten aneinandergeraten. Die Stadt geriet bereits nach dem ersten Konflikt bundesweit in die Schlagzeilen. Die Polizei machte damals auch Flüchtlinge für Gewalt mitverantwortlich.

Die Polizei gründete die Ermittlungsgruppe "Platte". So wird in Bautzen der Kornmarkt - häufiger Schauplatz der Auseinandersetzungen - genannt. In Summe untersuchen die Kriminalisten derzeit 135 Straftaten, die sich seit dem 1. Mai 2016 in der Innenstadt zugetragen haben oder zugetragen haben sollen. "Es wird insgesamt gegen 88 Tatverdächtige ermittelt. Darunter befinden sich 65 deutsche und 23 ausländische Staatsbürger", hieß es.