| 01:06 Uhr

Porsch will Allmacht der CDU brechen

„Die Legende kehrt zurück“ stand auf den Fanshirts des Fußball-Clubs Erzgebirge Aue, der diesen Sommer den Sprung in die zweite Bundesliga schaffte. Von sven heitkamp

Peter Porsch, Spitzenkandidat der PDS für die Landtagswahl im September 2004, findet das ein gutes Motto und kaufte sich gleich eine Saisonkarte und einen Fanschal. Für den PDS-Fraktionschef hat der Wahlkampf 14 Monate vor dem Urnengang schon begonnen. Daher ist er diese Woche auf Sommertour von Aue über Leipzig und Riesa bis Görlitz und sein erklärtes Ziel lautet: Die absolute Mehrheit der CDU brechen.
Mehr als 13 Jahre Alleinregierung der Christdemokraten hätten im Freistaat einen schwarzen Filz hinterlassen, sagt Porsch. Es gebe Abhängigkeiten bis auf die unterste, kommunale Ebene. "Wenn 2004 die absolute Mehrheit nicht gebrochen wird, feiern wir später 40 Jahre CDU-Regierung. Dies ist die letzte Chance", meint Porsch. Die PDS ist bislang stärkste Oppositionskraft im Landtag. Wenn ihre Strategie aufgeht, könnte sie aber dafür sorgen, dass die SPD mit in die CDU-Regierung aufrückt und die Sozialisten Opposition bleiben. "Dann werden wir eben auch die SPD jagen", sagt Porsch.
Sachsens Sozialdemokraten, die noch einen Spitzenkandidaten suchen, lehnen rot-rote Bündnisse bislang ab. Porsch nennt diese Haltung "albern, sturköpfig und blind", da es viele Gemeinsamkeiten gebe. Also wird es keine Koalitionsaussage geben, jeder kämpft für sich allein. In der PDS soll der Wettbewerb um die Wählergunst voll auf Porsch zugeschnitten werden, ähnlich wie 2001 mit Gregor Gysi in Berlin.
Da die Parteispitze bislang Antworten auf die "Agenda 2010" der Bundesregierung schuldig geblieben sei, planen die Sachsen nach der Sommerpause eine Aktionswoche, um auf die Folgen der Steuer- und Gesundheitsreform hinzuweisen. Als Alternativen fordern die Sozialisten eine Bürgerversicherung und die Wertschöpfungsabgabe.