| 14:33 Uhr

Sachsen
Polizisten fordern schnellere Öffentlichkeitsfahndung

Die Polizei in Sachsen will schneller zur Fahndung kommen.
Die Polizei in Sachsen will schneller zur Fahndung kommen. FOTO: Frank Hilbert
Leipzig. Die Polizeigewerkschaft in Sachsen will künftig schneller mit Fotos mutmaßlicher Täter an die Öffentlichkeit gehen und verlangt von der Politik mehr freie Hand. Die Linken mahnen zur Zurückhaltung.

Der sächsische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft fordert eine stärkere Nutzung der Öffentlichkeitsfahndung. „Wenn wir diese Bilder haben, und der Tatverdacht ist so bestätigt, dass es tatsächlich dieser Täter auf diesen Bildern ist, gehören die in die Öffentlichkeit“, sagte die Vorsitzende Cathleen Martin am Montag dem MDR. Die Bevölkerung merke sich Dinge einige Tage lang. „Aber wenn das vor drei, vier, fünf Monaten, vielleicht vor einem Jahr war, ist das aus dem Gedächtnis raus und es ist einfach vorbei.“

Sie appellierte an die Politik: „Unterstützt die Polizei, verkürzt die Fristen und vertraut uns einfach, dass wir tatsächlich nur den Täter an die Presse bringen und nicht einen Unverdächtigen.“

Die sächsischen Linken wiesen die Forderung zurück. „Im Rechtsstaat stellen die Gerichte und nicht schon die Polizei fest, wer Täter ist und wer nicht“, sagte der Rechtsexperte der Landtagsfraktion, Klaus Bartl. Es sei aus guten Gründen unzulässig, schon kurz nach der Einleitung von Ermittlungen tief in die Grundrechte eines Verdächtigen oder eines Zeugen einzugreifen. Menschen, die zunächst nur im Verdacht stünden, dürften nicht leichtfertig „gebrandmarkt“ werden.

(dpa/bob)