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Polizei verschärft Kontrollen am Bautzener Kornmarkt

Polizisten blockieren am Kornmarkt in Bautzen (Sachsen) am 07.10.2016 rechtsradikale Demonstranten. Gut drei Wochen nach den Ausschreitungen zwischen fremdenfeindlichen Einheimischen und Flüchtlingen im sächsischen Bautzen haben dort am Freitag erneut Rechtsradikale demonstriert. Die Polizei sprach von rund 300 Teilnehmern. Etwa 120 linke Gegendemonstranten standen den Rechten gegenüber.
Polizisten blockieren am Kornmarkt in Bautzen (Sachsen) am 07.10.2016 rechtsradikale Demonstranten. Gut drei Wochen nach den Ausschreitungen zwischen fremdenfeindlichen Einheimischen und Flüchtlingen im sächsischen Bautzen haben dort am Freitag erneut Rechtsradikale demonstriert. Die Polizei sprach von rund 300 Teilnehmern. Etwa 120 linke Gegendemonstranten standen den Rechten gegenüber. FOTO: Christian Essler (dpa-Zentralbild)
Bautzen. Die Polizei in Ostsachsen hat am Dienstag wieder ihre Präsenz auf dem Bautzener Kornmarkt erhöht. Im vergangenen Herbst war es dort immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und lokalen Jugendlichen gekommen. bob

Wie die Polizeidirektion am Mittwoch bestätigte, wurde die Präsenz auf dem zentralen Platz am Dienstag wieder deutlich erhöht. "Anlass dafür war, dass die Polizei seit Beginn der Schön-Wetter-Periode auf dem Kornmarkt und im Bereich des Kornmarkt-Centers einen stetigen Zulauf von Personen registrierte, die sich dort aufhielten, zusammen standen und häufig alkoholische Getränke konsumierten", erläutert Polizeisprecher Thomas Knaup. "Um die anwesenden Personen zu sensibilisieren", habe die Polizei gezielt den Kontakt gesucht, so Knaup.

Die Streifen des örtlichen Polizeireviers, des Einsatzzuges der Polizeidirektion und der Bereitschaftspolizei Sachsen haben dem Angaben zufolge zwischen 14 Uhr und Mitternacht insgesamt 62 Personen und 41 Fahrzeuge überprüft und mit den Personen eine "Gefährderansprache" geführt. Weitere Aktionen sind geplant. "Die Polizei wird die Situation auf dem Kornmarkt sowie der Innenstadt von Bautzen auch weiterhin aufmerksam beobachten und konsequent einschreiten, wenn dieses erforderlich ist", so Knaup.

Im Januar hatte es in Bautzen eine Großrazzia gegeben. Grund waren die Ermittlungen zu den Auseinandersetzungen am 14. September 2016 und in der Nacht vom 1. zum 2. November in der Bautzener Innenstadt, hieß es. Damals waren junge Asylbewerber und mutmaßliche Rechtsextremisten aneinandergeraten. Die Stadt geriet bereits nach dem ersten Konflikt bundesweit in die Schlagzeilen. Die Polizei machte damals auch Flüchtlinge für Gewalt mitverantwortlich.

Die Polizei gründete die Ermittlungsgruppe "Platte". So wird in Bautzen der Kornmarkt - häufiger Schauplatz der Auseinandersetzungen - genannt. In Summe untersuchen die Kriminalisten derzeit 135 Straftaten, die sich seit dem 1. Mai 2016 in der Innenstadt zugetragen haben oder zugetragen haben sollen.