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| 09:27 Uhr

Deutsch-polnische Aktion
Polizei verhaftet zwei mutmaßliche Autodiebe

Bei zwei mutmaßlichen Autodieben klickten jetzt die Handschellen (Symbolfoto).
Bei zwei mutmaßlichen Autodieben klickten jetzt die Handschellen (Symbolfoto). FOTO: Frank Hilbert
Görlitz/Zgorzelec. Nach umfangreichen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei in Görlitz sowie der Kripo in Zgorzelec ist jetzt ein bedeutender Schlag gegen eine grenzüberschreitend agierende Gruppierung von Autodieben aus dem Raum Zgorzelec gelungen. Von Frank Hilbert

Das betonen Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Pressemitteilung. In Görlitz und der polnischen Grenzgemeinde Piensk nahmen die Ermittler nahezu zeitgleich zwei namhafte Größen der Täter-Gruppierung fest.

Seit mehr als einem halben Jahr habe das Kommissariat für Bandenkriminalität der Kriminalpolizeiinspektion Görlitz im Auftrag der Staatsanwaltschaft Görlitz „mit großem personellen und materiellen Aufwand gegen diese organisierte Tätergruppe“ ermittelt. Die Ermittler werfen einem nun festgenommenen 27 Jahre alten Tatverdächtigen vor, seit Mai 2017 mindestens 16 Autos im Gegenwert von rund 350 000 Euro gestohlen zu haben. Dabei handelte es sich vornehmlich um hochwertige und auch schlüssellos betriebene Fahrzeuge der Marken Audi und BMW, die überwiegend in den Landkreisen Bautzen und Görlitz entwendet wurden.

Ein ebenfalls festgenommener 24 Jahre alter Mittäter soll an zwölf Taten beteiligt gewesen sein. Beispielsweise soll der 27 Jahre alte festgenommene Tatverdächtige am 24. Mai 2017 in Zittau einen Volvo XC 90 und am 11. Juli 2017 im Löbauer Ortsteil Kittlitz einen Audi A 6 gestohlen haben. In beiden Fällen handelte es sich um schlüssellos betriebene Fahrzeuge. In diesem Zusammenhang hat die Polizeidirektion Görlitz unlängst auf „gravierende Sicherheitslücken bei der Verwendung sogenannter Keyless-Go-Systeme und anderer digitaler Schnittstellen an Fahrzeugen“ hingewiesen.

Die enge Kooperation der Staatsanwaltschaften beiderseits der Neiße ermöglichte es, im Wege der Rechtshilfe einen der bereits vor der Ergreifung der Tatverdächtigen erlassenen Haftbefehle gegen die beiden Männer und mehrere Durchsuchungsbeschlüsse zu vollstrecken. Auf dieser Grundlage hätten die Ermittler der Görlitzer Kriminalpolizei und der Kriminalabteilung der KPP Zgorzelec am Donnerstagmorgen in präzise koordinierten Aktionen zugeschlagen, heißt es weiter. Mit Unterstützung der deutsch-polnischen Gemeinsamen Fahndungsgruppe (GFG) Neiße und der Gemeinsamen Fahndungsgruppe (GFG) Bautzen der Kriminal- und Bundespolizei nahmen die Ermittler im Görlitzer Stadtgebiet den 27-jährigen Tatverdächtigen fest. Zeitgleich ergriffen die polnische Polizei und Fahnder der GFG Neiße den zweiten Beschuldigten in der polnischen Kleinstadt Piensk.

Unmittelbar im Anschluss durchsuchten polnische und sächsische Polizisten in Piensk und Bogatynia die Wohnungen der beiden Männer sowie weitere von ihnen angemietete Räume. Dort stellten die Ermittler unter anderem technische Hilfsmittel sicher, welche die Männer zum Diebstahl von Kraftfahrzeugen genutzt haben sollen. Hierbei fielen den Polizisten auch computergestützte Diagnosegeräte zum Einsatz an OBD-Schnittstellen (On-Board-Diagnose) moderner Autos und digitale Funktechnik zum Öffnen schlüssellos betriebener Fahrzeuge in die Hände. Mithilfe dieser Technik sollen die Autodiebe in der Lage gewesen sein, selbst mordernste Fahrzeuge binnen kürzester Zeit beinahe ohne erkennbare Schäden zu öffnen und deren Motoren zu starten. Allein der Beschaffungswert der Einbruchsutensilien belief sich nach ersten Schätzungen auf mehrere 10 000 Euro.

Der in Görlitz festgenommene 27-Jährige wurde noch am Tag seiner Festnahme dem Haftrichter vorgeführt und anschließend in eine Justizvollzugsanstalt überstellt. Ihn erwartet ebenso wie seinen Mittäter im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an, insbesondere zu etwaigen weiteren Mittätern und ihren Auftraggebern. Auch prüfen die Kriminalisten, ob weitere Autodiebstähle in der Region auf das Konto der nun zerschlagenen Gruppierung gehen.