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| 13:40 Uhr

Kriminalität
Razzia gegen Bande von Kfz-Fälschern in Sachsen

FOTO: dpa-tmn / Alexander Heinl
Chemnitz. In Sachsen ist eine dreiste Kfz-Fälscher-Bande aufgeflogen. Vier „Männer vom Fach“ – darunter ein Verwaltungsmitarbeiter – hatten mit gefälschten Protokollen für die Hauptuntersuchung von Fahrzeugen ihr eigenes Geschäfte aufgezogen.

Bei einer konzertierten Aktion haben rund 80 Polizisten der Landeskriminalämter aus Sachsen und Baden-Württemberg sowie der Polizeidirektion Chemnitz am Mittwoch eine Gruppe von Fälschern ausgehoben.

Nach Angaben der Ermittler hatten sich der Betreiber eines Kfz-Zulassungsdienstes, ein Kfz-Sachverständiger und sein Mitarbeiter aus Sachsen sowie ein Mitarbeiter der Kfz-Zulassungsstelle im mittelsächsischen Mittweida darauf spezialisiert, Protokolle für Hauptuntersuchungen zu fälschen und auf deren Grundlage Fahrzeuge für den Straßenverkehr zuzulassen. Ihr Angebot für Gefälligkeitsgutachten unterbreiteten sie Gebrauchtwagenhändlern und Privatpersonen zum „Schnäppchenpreis“ von 100 Euro. Koordinator der kriminellen Zulassungspraxis soll der Betreiber des privaten Zulassungsdienstes im Raum Mittweida gewesen sein.

Darüber hinaus soll der Kfz-Sachverständige in mindestens 149 Fällen auch ohne „Schmiergeld“ Protokolle für die Hauptuntersuchung ausgestellt haben, ohne die Fahrzeuge vorher geprüft zu haben.

Am Mittwoch stellten die Ermittler in insgesamt sieben Objekten umfangreiches Beweismaterial sicher. Ihre Kollegen in Baden-Württemberg nahmen die Zentrale der Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) in Stuttgart ins Visier, wo die von den betrügerischen Sachverständigen gefälschten Protokolle hinterlegt worden waren.

Um die Vernichtung von Beweismaterial zu verhindern, erließ das Amtsgericht Chemnitz Haftbefehl gegen den beschuldigten Sachverständigen.

Bisher ist nach Angaben der Ermittler noch unklar, in wie vielen Fällen genau die Männer die Dokumente gefälscht hatten.

FOTO: dpa-tmn / Alexander Heinl
(si)