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| 11:53 Uhr

Kritik
Polizei hat für Einsatz in Chemnitz viel zu lange gebraucht

Chemnitz. Nach dem spontanen Aufmarsch von Rechtsextremen in Chemnitz kritisiert die sächsische Linke-Politikerin Kerstin Köditz Versäumnisse bei der Polizei. dpa

«Warum hat man so lange gebraucht, um genügend Einsatzkräfte herzubringen. Wenn Informationen durchsickern, dass es am Rande eines Stadtfestes einen Toten gab, dann hätte die Polizei eigentlich Gewehr bei Fuß stehen müssen - bei all dem Alkohol, der bei solchen Gelegenheiten konsumiert wird», sagte Köditz am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Sie könne nur hoffen, dass die Polizei die für Montag angekündigten Demonstrationen «auf dem Schirm hat». Köditz ist Rechtsextremismusexpertin ihrer Partei.

«Die Hooligan-Szene ist zu weiten Teilen rechts motiviert und existiert in allen drei sächsischen Großstädten und auch in Zwickau», sagte die Politikerin. Das sei im Grunde nichts Neues: «Neu ist aber das Phänomen, dass über die sozialen Medien innerhalb kürzester Zeit alles, was es an Potenzial gibt, mobilisiert werden kann.»

In Chemnitz seien nicht nur Hooligans auf der Straße gewesen, sondern Nazis aller Couleur. Das habe man auch bei Krawallen wie in Freital oder Heidenau 2015 beobachten können: «Es ist mittlerweile unkompliziert, aus irgendeinem Anlass binnen kurzer Zeit eine große Menge zusammenzubringen.» Köditz kündete ein Nachspiel im Landtag an.

Nachdem ein 35 Jahre alter Deutscher bei einer Messerstecherei in Chemnitz ums Leben kam und zwei weitere Männer verletzt wurden, hatten sich am Sonntag spontan Rechte zusammengerottet. Videos in sozialen Medien zeigten Übergriffe auf Migranten.