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| 13:06 Uhr

Platzt der Crystal-Prozess?

Die Angeklagten (1. und 2. v.l.) stehen mit einem Anwalt am 23.06.0215 vor Prozessbeginn im Gerichtssaal im Landgericht in Leipzig (Sachsen). Ein Pharmahändler (l) aus Leipzig gilt als Schlüsselfigur eines mutmaßlichen deutsch-tschechischen Crystal-Dealer-Rings. Der Händler soll 4,1 Tonnen des Crystal-Grundstoffes Chlorephedrin erworben und nach Tschechien weitergereicht haben. Foto: Peter Endig/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Die Angeklagten (1. und 2. v.l.) stehen mit einem Anwalt am 23.06.0215 vor Prozessbeginn im Gerichtssaal im Landgericht in Leipzig (Sachsen). Ein Pharmahändler (l) aus Leipzig gilt als Schlüsselfigur eines mutmaßlichen deutsch-tschechischen Crystal-Dealer-Rings. Der Händler soll 4,1 Tonnen des Crystal-Grundstoffes Chlorephedrin erworben und nach Tschechien weitergereicht haben. Foto: Peter Endig/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Peter Endig (dpa-Zentralbild)
Leipzig. Ein Pharmahändler aus Leipzig soll die Schlüsselfigur in einem deutsch-tschechischen Crystal-Dealer-Ring gewesen sein. Doch was kann dem Mann wirklich nachgewiesen werden? dpa

Der Prozess gegen einen Leipziger Pharmahändler um den Rekordfund eines Crystal-Grundstoffs droht zu platzen. Die Verteidiger des 33-Jährigen und eines 46 Jahre alten Mitangeklagten beantragten am Dienstag im Landgericht Leipzig noch vor der Verlesung der Anklage, das Verfahren auszusetzen und ihre Mandanten umgehend aus der U-Haft zu entlassen.

Gut eine Stunde lang begründeten die Anwälte, weshalb aus ihrer Sicht gegen das Recht auf einen fairen Prozess verstoßen werde. Akten seien der Verteidigung nicht oder nicht vollständig übermittelt worden. Die Anklage der Staatsanwaltschaft sei „misslungen“. Die Staatsanwälte wollten bis zum Mittag beraten, wie sie zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Danach wollte die Kammer über die Anträge entscheiden.

Der 33 Jahre alte Pharmahändler soll eine Schlüsselfigur innerhalb einen deutsch-tschechischen Drogenhändlerrings sein. Er soll insgesamt 4,1 Tonnen des Crystal-Grundstoffs Chlorephedrin gekauft und nach Tschechien weitergegeben haben. Das Landgericht hatte die Anklage allerdings schon im Vorfeld mangels Beweisen stark eingedampft. Nur einer von 13 Fällen wurde zur Verhandlung zugelassen. Es fehle an Nachweisen, dass aus dem Chlorephedrin in tschechischen Drogenküchen tatsächlich Crystal produziert wurde.