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| 09:14 Uhr

Hoffen auf mehr Touristen
Parks im Grenzgebiet zu Polen verzahnen sich morgen

Am 24. Februar  tritt der Schlosspark in Zagan zusammen mit vier weiteren Parks dem Europäischen Parkverbund Lausitz bei.
Am 24. Februar tritt der Schlosspark in Zagan zusammen mit vier weiteren Parks dem Europäischen Parkverbund Lausitz bei. FOTO: Monika Skolimowska / ZB
Żagań/Bad Muskau. Alter Baumbestand, geschwungene Wege und schöne Schlösser: In der deutsch-polnischen Grenzregion gibt es viele Parkanlagen. In einem erweiterten Verbund wollen sie enger kooperieren. Von Anna Ringle und Monika Skolimowska

Eine Frau schiebt einen Kinderwagen vor sich her. Unweit von ihr sind Gartenarbeiter auf einer Wiese tätig. Im Becken mit historischem Brunnen vor dem Schloss ist noch kein Wasser eingelassen – aber im Park in der polnischen Kleinstadt Żagań (Sagan) ist vor dem Frühling dennoch schon einiges los. Die Stadt hofft, dass es in Zukunft noch viel mehr Besucher werden als bisher. Der Beitritt zu einem deutsch-polnischen Parkverbund soll dabei helfen.

Den Europäischen Parkverbund Lausitz gibt es schon seit 2010. Die Pückler-Parks in Bad Muskau und Cottbus (Branitz), der polnische Schlosspark Brody (Pförten) und der Rosengarten in der brandenburgischen Kleinstadt Forst sind bislang dessen Mitglieder. Am Samstag, 24. Februar, gibt es in Bad Muskau eine Festveranstaltung, bei der fünf Parks hinzukommen: Neben dem Schlosspark in Żagań sind es der polnische Park Zatonie (Günthersdorf), der Schlosspark Altdöbern in Brandenburg sowie der Rhododendronpark in Kromlau und das Barockschloss und Park Neschwitz in Sachsen.

Der Schlosspark Żagań liegt im Zentrum der Kleinstadt mit rund 26 000 Einwohnern – ungefähr eine Stunde Autofahrt von Cottbus entfernt. Die etwa 100 Hektar große Anlage ist als Landschaftsgarten angelegt. Maßgeblich geprägt hat das Aussehen des im 17. Jahrhundert entstandenen Schlosses und seiner Anlage vor allen Herzogin Dorothea von Sagan (1793-1862).

Die jüngsten Restaurierungen von Schlossräumen und Arbeiten im Park sind diesem Bild aus dem 19. Jahrhundert nachempfunden, wie Karolina Gałązka vom örtlichen Stadtmarketing erläutert. Viele Bereiche des Schlosses, das heute auch als Veranstaltungsort für Hochzeiten oder Feste genutzt wird, sind detailreich saniert worden. Andere Bereiche wie die Orangerie bislang noch nicht. Auch im Park, durch den ein Kanal fließt, ist an einigen Stellen Wildwuchs zu sehen. Direkt in der Umgebung des Schlosses ist die Anlage dagegen sehr gepflegt.

Das Schloss zieht laut Gałązka jährlich etwa 30 000 Besucher an. Davon komme etwa die Hälfte aus Deutschland. Die Parkbesucher werden nicht gezählt, weil die Anlage frei zugänglich ist. Mit dem Beitritt in den Parkverbund hofft die Stadt, noch mehr Aufmerksamkeit für die Schlossanlage zu bekommen. Bereits vor Jahren wurden Ideen umgesetzt, um Touristen anzuziehen. Es gebe Leihräder, um den Park zu erkunden. Auf den Wiesen könne gepicknickt werden. Im Sommer gebe es Konzerte. Gałązka zufolge setzt die Stadt nun darauf, von den anderen Parkbetreibern im Verbund und ihren Erfahrungen weiter zu profitieren.

Touristische Effekte gab es durch den Parkverbund bereits, wie der Verwaltungsvorstand im Rathaus Forst, Sven Zuber, erläutert. Im örtlichen Tourismusbüro gebe es von Besuchern immer wieder Nachfragen und Interesse an den anderen Parks.

Aber es geht laut Zuber bei dem Bündnis nicht nur um Tourismus. Sondern auch darum, eine gemeinsame regionale Geschichte aufzuzeigen. Zum Beispiel habe es historisch gesehen immer wieder Austausch und Einflüsse über Gärtner gegeben, die in den Parks in der Lausitz und in Schlesien arbeiteten und ihre Arbeitsstellen auch mal wechselten. Und Fürst Pückler zum Beispiel habe seinerzeit Briefkontakt mit der Herzogin von Sagan gehabt, um ihr Tipps bei der Parkgestaltung zu geben.

Auch Fördermittel sind ein Thema für den Parkverbund. Der Direktor des Fürst-Pückler-Parks in Bad Muskau, Cord Panning, sagt: „Die Beitrittserklärung der fünf weiteren Parks ist nun ein Präludium, um eine neue grenzübergreifende Plattform zu schaffen, unter anderem auch um Fördermittel zu beantragen.“ Mit Hilfe des gewachsenen Parkverbunds soll ein EU-Interreg-Förderantrag mit mehreren Teilprojekten auf den Weg gebracht werden.

Zum Festakt anlässlich der Erweiterung des internationalen Parkverbunds sind am Samstag 200 Gäste aus Deutschland und Polen ins Neue Schloss nach Bad Muskau geladen.