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| 19:41 Uhr

Kampf gegen Extremismus
Kein Platz für rechte Kampfsportler und Neonazis in Ostritz

 Die Stadt Ostritz wehrt sich gegen den noch immer geplanten „Kampf der Nibelungen“ im Hotel am Neißeblick.
Die Stadt Ostritz wehrt sich gegen den noch immer geplanten „Kampf der Nibelungen“ im Hotel am Neißeblick. FOTO: dpa / Nils Holgerson
Ostritz. Es ist schwierig, Veranstaltungen von Rechtsradikalen zu verbieten. Die Stadt Ostritz versucht es. Bisher mit Erfolg. Von Andrea Hilscher

Der Veranstalter vom „Kampf der Nibelungen“ im sächsischen Ostritz (Kreis Görlitz) gibt sich zuversichtlich: „Kommt alle am Sonnabend zum Kampf der Nibelungen“, verbreitet er in einem Video über die Sozialen Netzwerke: Er glaube nicht daran, das ein Verbot, dass die Stadt Ostritz in der vergangenen Woche ausgesprochen hat, Bestand haben wird. „Wir sind in den Startlöchern, wir werden alles dafür tun, dass die Veranstaltung stattfindet.“

Der „Kampf der Nibelungen“ KDN soll am kommenden Wochenende bereits zum wiederholten Male in der sächsischen Kleinstadt stattfinden. Erwartet werden dazu rund 1000 Besucher, die sich die Kämpfe verschiedener Disziplinen anschauen wollen.

Der Veranstalter wirbt auch in diesem Jahr mit folgendem Satz: „Während bei den meisten Fight Nights im bundesweiten Raum die Teilnahme des jeweiligen Sportlers allzu oft mit dem abverlangten Bekenntnis zur freien demokratischen Grundordnung steht oder fällt, will der Kampf der Nibelungen den Sport nicht als Teil eines faulenden politischen Systems verstehen, sondern diesen als fundamentales Element einer Alternative zu eben jenem etablieren und in die Breite tragen.“

Die Stadt Ostritz, die der Veranstaltung regelmäßig ein großes Friedensfest entgegensetzt, hatte in der vergangenen Woche das Verbot des KDN ausgesprochen. Der Veranstalter hatte gegen diesen Bescheid beim Verwaltungsgericht Dresden Widerspruch eingelegt. „Doch der Bescheid der Stadt hat Bestand“, erklärt Markus Kremser, Sprecher des Ostritzer Friedenfestes.

Eine detaillierte Begründung des Verbotes wolle die Stadt nicht öffentlich machen. „Aber natürlich geben wir anderen Kommunen in ähnlicher Situation gerne Hinweise“, sagt Kremser. „Wir sind inzwischen gut mit Städten wie Themar oder Kandel vernetzt.“ In beiden Orten finden regelmäßig Veranstaltungen mit eindeutig rechtsradikaler Ausrichtung statt.

Ostritz hat sich in dem aktuellen Verfahren darauf bezogen, dass mit dem KDN eine Gefahr für die Sicherheit und die öffentliche Ordnung einhergehe. Mit ähnlichen Argumenten konnte bereits bei einem Rechtsrock-Konzert im Ostritzer Hotel Neißeblick ein radikales Alkoholverbot durchgesetzt werden, da bei den damaligen Teilnehmern eine hohe Gewaltbereitschaft vermutet werden konnte. Mit ähnlicher Begründung hatte auch eine bayrische Kommune ein Verbot gerichtsfest durchsetzen können.

Nachdem das Dresdner Verwaltungsgericht den Widerspruch des Veranstalters abgewehrt hat, geht dieser nun zum Oberverwaltungsgericht Bautzen. Eine Entscheidung wird für Freitag erwartet.

Die Polizeidirektion Görlitz bereitet sich weiter auf einen Einsatz am 12. Oktober vor.

Manuela Aedtner von der Ostritzer Stadtverwaltung: „Auf jeden Fall wird das Friedensfest stattfinden, darauf haben sich so viele Ehrenamtliche vorbereitet, das läuft unabhängig von dem Nazi-Event.“