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| 11:36 Uhr

Ostritz gegen Rechts
Friedenslauf versus Kampfsportveranstaltung

Zahlreiche Menschen nahmen bei strahlendem Sonnenschein am Ostritzer Friedenslauf auf dem Marktplatz teil. Der Erlös des Spendenlaufes geht an Neonazi-Aussteigerprogramme sowie das nächste Ostritzer Friedensfest und Demokratieprojekte.
Zahlreiche Menschen nahmen bei strahlendem Sonnenschein am Ostritzer Friedenslauf auf dem Marktplatz teil. Der Erlös des Spendenlaufes geht an Neonazi-Aussteigerprogramme sowie das nächste Ostritzer Friedensfest und Demokratieprojekte. FOTO: dpa / Monika Skolimowska
Ostritz. Zwei Wochen vor einem weiteren rechtsextremen Festival in Ostritz machen Bewohner der Kleinstadt eine deutliche Ansage gegen braunes Denken und Tun – mit großer Resonanz.

Rund 300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind beim Ostritzer Friedenslauf am Samstag an den Start gegangen. Bei sommerlichen Temperaturen, blauem Himmel und Sonne satt umrundeten sie den Marktplatz der Kleinstadt südlich von Görlitz meist mehrfach – in Laufschuhen, mit Kinderwagen oder Gehhilfe. Sie wurden von etwa 300 Zuschauern unterstützt.

„Ein Riesenerfolg, damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Mitorganisator Michael Schlitt. Die Ostritzer zeigten angesichts einer rechten Kampfsportveranstaltung in einem nahen Hotel, dass sie ihre Stadt nicht den Neonazis überlassen.

Laut Schlitt lag die Altersspanne der Teilnehmer zwischen einem und 82 Jahren. Darunter waren viele Familien mit Kleinkindern, bei einer kamen sogar vier Generationen. Viele der Läufer hatten Schilder auf Brust oder Rücken ihrer Trikots mit dem Satz „Ich laufe für Nazi-Aussteigerprogramme“ befestigt. Eine ältere Dame drehte mit dem Rollator die Runde und auch ein Blinder war mit von der Partie. Wie viele Spenden insgesamt erlaufen wurden, ist noch unklar.

Der Erlös fließt in Neonazi-Aussteigerprogramme und die Finanzierung des zweiten Ostritzer Friedensfestes (2. bis 4. November). Die Organisatoren, eine parteipolitisch unabhängige Gruppe, wollen damit auch dem zweiten rechten Schild-und-Schwert-Festival ein Bekenntnis zu Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz entgegensetzen - wie schon im April.

Laut Polizei blieb es bis Samstagnachmittag friedlich. Sie stoppte nur einen 26-Jährigen, der mit Einhandmesser zum Friedenslauf wollte.

Die Teilnehmer zum „Kampf der Nibelungen“ reisten aus verschiedenen Teilen Deutschlands und Europas sowie aus der Ukraine und Russland an, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Zufahrten zum Ort werden kontrolliert. Mehrere Hundert Neonazis und Rechtsextremisten werden erwartet.

(dpa/fh)