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| 11:25 Uhr

Osterreiter ziehen durch die Oberlausitz

Die Osterbotschaft zu Pferde verkünden am Sonntag (08.04.2012) im ostsächsischen Ralbitz die sorbischen katholischen Osterreiter. Bereits seit Ende des 15. Jahrhunderts finden in der Oberlausitz diese Prozessionen statt. In diesem Jahr sind etwa 1.600 Reiter mit ihren Pferden in der Region unterwegs.
Die Osterbotschaft zu Pferde verkünden am Sonntag (08.04.2012) im ostsächsischen Ralbitz die sorbischen katholischen Osterreiter. Bereits seit Ende des 15. Jahrhunderts finden in der Oberlausitz diese Prozessionen statt. In diesem Jahr sind etwa 1.600 Reiter mit ihren Pferden in der Region unterwegs. FOTO: dpa
Ralbitz/Bautzen. Mehrere Prozessionen mit zusammen rund 1600 Osterreitern sind am Sonntag durch die Oberlausitz gezogen. Bekleidet mit Frack und Zylinder machten sich die Männer auf den Weg in die benachbarten Pfarrgemeinden, um die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi zu überbringen. dpa/boc

Bei den traditionellen Osterreitern handelt es sich um katholische Sorben. Auf dem Weg durch insgesamt mehr als 30 Orte beten und singen die Männer in sorbischer Sprache, im Wittichenauer Zug auch auf Deutsch. In dem sorbischen Siedlungsgebiet zwischen Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz waren am Sonntag insgesamt neun Prozessionen unterwegs.

Gestartet waren die Reiter auf ihren prächtig herausgeputzten Pferden in Bautzen, Crostwitz, Nebelschütz, Ostro, Panschwitz-Kuckau, Radibor, Ralbitz, Wittichenau und Storcha. Trotz des wechselhaften Wetters mit zwischenzeitlichen Schneeschauern wurde das Spektakel von zahlreichen Zuschauern verfolgt. Am Kloster in Panschwitz-Kuckau wurden die Männer von rund 100 Menschen auf die Prozession verabschiedet.

In Ostritz an der deutsch-polnischen Grenze segnen die Reiter traditionell die Saat auf den Feldern. Die Reiter an der Spitze jedes Zuges tragen die Kirchenfahnen, das Kreuz und eine Figur des auferstandenen Jesus. Wer zum ersten Mal dabei ist, trägt ein Myrtenkränzchen. Eine silberne „25“ oder eine goldene „50“ am Revers weisen darauf hin, zum wievielten Mal der Reiter bereits an einer Prozession teilnimmt. Zehntausende Schaulustige beobachten die festlichen Züge alljährlich vom Straßenrand aus.