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Noch mehr höfische Pracht im Dresdner Schloss

Dresden. Marmor-Kamin, vergoldete Geländer, Kristall-Leuchter: Die einstige Pracht des Kleinen Ballsaals im Dresdner Residenzschloss ist trotz eines Gerüstes schon sichtbar. Bis Mitte 2018 soll auch der letzte Raum im Georgen bau in historischer Ausgestaltung erstrahlen, wie anderthalb Jahre später der "Lange Gang" hinter dem berühmten Fürstenzug, sagte Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) am Dienstag bei einem Rundgang auf der Baustelle. dpa/pb

In die Wiederherstellung der beiden Räume investiert der Freistaat insgesamt 16,6 Millionen Euro. Dabei fließen auch 2017 sechs Millionen Euro vom Bund. 2013 bis 2016 kamen 23 Millionen Euro aus Berlin für den Schloss-Wiederaufbau. Der 1865 bis 1868 nach dem Entwurf eines Mitarbeiter des Architekten Gottfried Semper entstandene Kleine Ballsaal gilt als wichtiges Zeugnis des Historismus. Die Wände sind mit weißgrauem Marmor verkleidet, auch die umlaufende Galerie wurde rekonstruiert.

Mithilfe einer künstlichen Lichtdecke soll auch das einst natürliche Oberlicht nachgebildet werden, sagte der Leiter der staatlichen Bauverwaltung in Dresden, Ulf Nickol. Der rund 120 Quadratmeter große Raum bekommt eine Fußbodenheizung unter vierfarbigem Parkett: Eiche, Ahorn, Mahagoni, Palisander. Er wird künftig für Sonderschauen genutzt, in den "Langen Gang" zieht die Gewehrgalerie der Rüstkammer.

Die 100 Meter lange und 4,60 Meter breite einstige Verbindung vom Schloss zu den Stallungen entsteht in der Gestalt von 1733 wieder: mit Holzdielung, Butzenscheiben in den Fenstern und farbiger Renaissance-Holzdecke mit 84 Feldern. Darunter werden nach 2019 die Meisterwerke europäischer Büchsenkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts präsentiert.

Die 1945 zerstörte Residenz sächsischer Kurfürsten und Könige aus dem 16. Jahrhundert wird seit 1985 wieder auf- und zum Museumszentrum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ausgebaut. Bisher wurden rund 316 Millionen Euro in Sachsens größte Kulturbaustelle investiert. 2017 kommen 13,6 Millionen Euro, 2018 etwa 17 bis 18 Millionen Euro hinzu. Die Gesamtkosten werden auf 380 Millionen Euro geschätzt.