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Neue Spur in 21 Jahre altem Mordfall

DNA-Untersuchungen brachten neue Erkenntnisse.
DNA-Untersuchungen brachten neue Erkenntnisse. FOTO: dpa
Großröhrsdorf. Mehr als 21 Jahre nach dem Mord an Anke Hübschmann in Großröhrsdorf (Kreis Bautzen) hat die Polizei eine neue Spur. Im Fokus der Ermittler steht nun ein 44-jähriger Mann. Ein Haftbefehl gegen den Mann wurde nicht erlassen. Sven Scheffler

Im Fall der vor 21 Jahren im sächsischen Massenei bei Großröhrsdorf ermordeten Anke Hübschmann gibt es einen neuen Tatverdächtigen "Wir ermitteln derzeit gegen einen 44-jährigen Mann. Ihm ist der Tatvorwurf bekannt. Allerdings besteht kein Haftbefehl, da es sich um keinen dringenden Tatverdacht handelt", sagte Til Neumann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz gegenüber der RUNDSCHAU.

Weitere Angaben zu den aktuellen Ermittlungen und dem weiteren Vorgehen wollte der Staatsanwalt nicht machen, um das Verfahren nicht zu gefährden. "Alles Weitere würde auch in den Bereich der Spekulationen gehen", sagte Neumann.

Bereits Anfang Februar dieses Jahres hatte die Polizei im Landkreis Bautzen darüber informiert, dass es in dem Fall von 1994 neue Ermittlungsrichtungen gebe, die jetzt mit Nachdruck verfolgt würden. Damals sagte der Leiter der Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Uwe Neubert: "Der Mörder wird im örtlichen Umfeld der Frau vermutet." Dies hätten neue Hinweise und die Untersuchung von Spuren ergeben.

Die Ermittlungen zu dem Mord an der damals 20-jährigen Anke Hübschmann waren Anfang 2014 durch die Kriminalpolizei der Polizeidirektion Görlitz erneut intensiviert worden. Auch zu den Gründen für diese erneuten Ermittlungen machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Anke Hübschmann war 1994 in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar nach einem Diskobesuch in Bretnig-Hauswalde spurlos verschwunden. Vermutlich hatte sie sich allein auf den Weg nach Großröhrsdorf gemacht, um dort eine Spielothek aufzusuchen. Ihr Leichnam wurde erst Wochen später, am 23. März, im Waldgebiet Massenei unweit Großröhrsdorf in einer alten Hütte gefunden. Laut dem damaligen Obduktionsbericht wurde die junge Frau erwürgt, aber nicht vergewaltigt.

Damals wurde zwar ein Verdächtiger verhaftet. Da ihm die die Tat jedoch nicht nachgewiesen werden konnte, kam der Mann wieder auf freien Fuß.

Im vergangenen Jahr hatten Ermittler Speichelproben von mehreren Männern aus dem sozialen Umfeld der jungen Frau genommen. Ebenso wurden Proben von der Kleidung von Anke Hübschmann genommen, die sie in der Mordnacht getragen hatte. Die Proben sollten mit neuesten wissenschaftlichen Methoden untersucht werden, die damals noch nicht bekannt waren. So sollten neue Erkenntnisse in dem Fall gewonnen werden. Offenbar haben diese Spuren jetzt zu dem 44-Jährigen geführt.