• In Sachsen ist seit 23.09.21 die aktuell gültige Corona-Verordnung in Kraft.
  • Die Landesregierung hat vorab schon bekanntgegeben, dass sie ein 2G-Optionsmodell einführen will.
  • Wo gilt 2G in Sachsen?
  • Welche neuen Corona-Regeln gelten aktuell?
  • Wie ist die Corona-Lage im Freistaat? Wie ist die Impfquote? Alle Infos findet ihr hier.
Die neue Corona-Schutzverordnung für Sachsen ist am 23. September 2021 in Kraft getreten. Damit ist ein Optionsmodell für eine 2G-Regelung eingeführt worden. Demnach sollen nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zu bestimmten Bereichen bekommen, wenn der Veranstalter das für sich selbst entscheidet, gab Staatskanzleichef Oliver Schenk (CDU) bekannt.
Im Gegenzug sind andere Beschränkungen wie die Maskenpflicht und das Abstandsgebot in bestimmten Inzidenzstufen in Sachsen aufgehoben worden. Allerdings muss bei Veranstaltungen eine Einlasskontrolle erfolgen. Die neuen Regeln sollen bis 21. Oktober gelten. Welche Regeln gelten wo? Alle Infos hier in der Übersicht.

Corona Test Kosten ab 11. Oktober

Seit Montag, 11. Oktober sind Schnelltests in ganz Deutschland nicht mehr kostenlos. Die meisten Bürgerinnen und Bürger müssen diese Tests also ab jetzt bezahlen. Was sie kosten und wer von der Regelung ausgenommen ist, lest ihr hier:

Neue Corona-Verordnung Sachsen: Gilt die 2G-Regel im Einzelhandel?

Sachsen setzt in der Corona-Pandemie künftig verstärkt auf das 2G-System und will damit einen weiteren Schritt hin zu mehr Normalität gehen. Die Regelung ist in der am Dienstag vom Kabinett beschlossenen neuen Corona-Schutzverordnung als Optionsmodell formuliert.
Niemand sei verpflichtet, jeder könne das für sich selbst abwägen, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Wenn die Einrichtungen 2G nutzen, fallen Beschränkungen wie Maskenpflicht und das Abstandsgebot weg. Eine Einlasskontrolle ist Pflicht. Für Kinder unter 16 Jahren gilt das 2G-Modell nicht. Sie brauchen auch keinen Test, weil sie ohnehin in der Schule getestet werden. Ungeimpfte Beschäftigte der am 2G-Modell beteiligten Einrichtungen brauchen einen Test. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, bekommen keinen Einlass in 2G-Einrichtungen.
Das 2G-System in Sachsen soll nicht für den Einzelhandel gelten. Für den Zugang zu Geschäften des Einzelhandels, Supermärkten und Einkaufszentren gelten weiterhin die jeweiligen Hygienekonzepte sowie Maskenpflich.
Für die folgende Bereiche ist 2G möglich:
  • Innengastronomie
  • Veranstaltungen in Innenräumen
  • Events bis zu 5000 Personen
  • Hallenbäder
  • Saunen
  • Diskotheken und Clubs

Gastronomie, Hotel, Tourismus: Aktuelle Corona-Regeln in Sachsen laut neuer Verordnung

Abhängig von der Inzidenzstufe im jeweiligen Stadt- oder Landkreis gelten in Sachsen für Einrichtungen und Angebote bestimmte Corona-Beschränkungen. Der 3G-Grundsatz, bei dem nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zutritt haben, gilt ab einer Inzidenz von über 35. Das gilt sowohl für die Gastronomie als auch für Beherbergungsbetriebe wie Hotels.
Sachsen hat im bundesweiten Vergleich eine recht hohe Infektionsrate. Die 7-Tage-Inzidenz liegt (Stand 16.10.21) bei 105,2. In allen sächsischen Landkreisen liegt die Inzidenz derzeit über der 35er Marke. Somit gelten also die verschärften Corona-Regeln wie 3G und eine Maskenpflicht – letztere gilt bereits ab einer Inzidenz von über 10.

Corona-Regel 2G in Sachsen: Gemischte Reaktionen bei Gastwirten

Bei Gastwirten stoßen die Pläne auf gemischte Reaktionen. „Es wird sehr unterschiedlich diskutiert“, sagte der Hauptgeschäftsführer des sächsische Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Axel Klein, der Deutschen Presse-Agentur. Für Diskotheken, Tagungen oder Messeveranstalter etwa hält er das Optionsmodell durchaus für umsetzbar. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“
Bei etwa 40 Prozent der Dehoga-Mitglieder stoße das Modell auf Ablehnung, die anderen zögen es in Erwägung, erläuterte Klein das Stimmungsbild der Branche. Eine Befürchtung hat er allerdings: Wenn sich der Gastronom dafür entscheide, nur noch Geimpfte und Genesene einzulassen, müsse er mit Kritik der Besucher rechnen. „Jetzt haben wir den Schwarzen Peter.“
Klein verwies auf andere Bundesländer oder Länder, in denen die 2G-Regel bereits angewendet werde. Das zeige, dass auch die Kontrollen funktionierten. Allerdings sei das Personal in der Pandemie ohnehin vielerorts knapp. Müsse nun zusätzlich jemand für die Kontrollen abgestellt werden, sei das zusätzlicher Aufwand. „Alles, was wir mehr machen müssen, tut weh.“ Um wieder mehr Normalität zu erreichen, forderte der Verband auch eine Neubewertung der Inzidenz-Schwellen. So müsse etwa die 35er-Grenze „dringend angepasst“ werden, so Klein. Angesichts der Impfquote habe der Inzidenz-Wert nicht mehr die Relevanz wie noch vor einem Jahr.

Umfrage in Deutschland: Unterschiedliche Meinungen zu 2G

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland findet es richtig, wenn nur gegen das Coronavirus Geimpfte und davon Genesene (2G) ins Restaurant gehen oder Veranstaltungen besuchen dürfen. In einer Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ äußerten sich 57 Prozent dahingehend. 33 Prozent halten es für falsch, wenn Gastronomie und Veranstaltungen nur noch Geimpften und Genesenen offen stehen. Von den Befürwortern wünschen sich 66 Prozent, dass 2G-Regeln verpflichtend eingeführt werden, 31 Prozent meinen, dass die Einführung jedem Gastronom oder Veranstalter überlassen werden sollte.
Bei einer anderen Umfrage wurde jedoch das Gegenteil festgestellt: Demnach halten insgesamt 83 Prozent die 3G-Regel, wonach nur vollständig geimpfte, genesene oder negativ getestete Menschen Zutritt zu bestimmten Einrichtungen oder Veranstaltungen bekommen, für eine angemessene Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus. Das geht aus einer am Montag in Berlin veröffentlichten Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervor. Die 2G-Regel, die nur Geimpfte und Genesene einschließt, wird von 56 Prozent befürwortet.
Insgesamt werden die Menschen, was Corona betrifft, offensichtlich sorgenfreier. Sie sind auch deutlich weniger beunruhigt über die Auswirkung einer Corona-Infektion. Insbesondere die Sorge um die eigene Gesundheit wird so gering wie noch nie seit Aufnahme dieses Punkts in den Fragenkatalog im Juni 2020 eingestuft.
So geben aktuell nur zwölf Prozent der Befragten an, über körperliche Auswirkungen einer Infektion beunruhigt oder sehr beunruhigt zu sein. Bei den über 60-Jährigen liegt dieser Wert mit 16 Prozent etwas höher.
Die Menschen in Deutschland werden zum Ende des Sommers und Beginn des Herbstes zudem sozial aktiver. Immer weniger Befragte wollen ihr Zuhause nicht verlassen sowie seltener Freunde und Familie treffen, um sich vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Während Ende Juni noch 50 Prozent der Befragten angaben, ihr Zuhause seltener zu verlassen, und 64 Prozent erklärten, seltener Freunde und Familie zu treffen, sind es derzeit nur noch 30 beziehungsweise 44 Prozent.

Das gilt aktuell für Ungeimpfte in Sachsen laut Corona-Verordnung

Nach der vorherigen Corona-Verordnung kommt es erst dann zu größeren Einschränkungen für Ungeimpfte, wenn die sogenannte „Überlastungsstufe“ erreicht ist. Konkret bedeutet das:
  • Sind mehr als 1300 Normalbetten oder 420 Intensivbetten in Sachsen mit Corona-Patienten belegt, gilt die Überlastungsstufe.
  • In Einrichtungen, bei Großveranstaltungen und in der Gastronomie reicht dann kein negativer Test mehr. Zutritt wird nur noch Genesenen und Geimpften gewährt.
  • In manchen Fällen kann ein PCR-Test als Nachweis gelten. Details können hier nachgelesen werden.

Neue Corona Verordnung: Sachsen setzt auf Hospitalisierungsrate

Die neue Corona-Schutzverordnung gilt vom 23. September bis einschließlich 20. Oktober. Neben dem 2G-Modell wird auch die Hospitalisierungsrate als Gradmesser für Einschränkungen eingeführt. Diese gibt an, wie viele Menschen pro 100 000 Einwohner nach einer Infektion mit Corona innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Am 4. Oktober lag sie in Sachsen bei 1,01.

2G in Sachsen: Ausnahme für Bundestagswahl

Eine dritte Änderung betrifft die Regelung am Tag der Bundestagswahl: In Wahllokalen muss eine Maske getragen werden, auf eine Kontaktnachverfolgung und einen 3G-Nachweis (geimpft - genesen - getestet) wird aber verzichtet.
Unzufrieden zeigte sich die Ministerin mit dem Impfgeschehen im Freistaat. 57,1 Prozent der Bürger hätten die erste Impfung erhalten, 53,9 Prozent auch die zweite. „Wir liegen immer noch weit hinten im Bundesdurchschnitt“, stellte Köpping fest. Sachsen wolle weiter niedrigschwellige Angebote machen, die Impfkampagne des Bundes habe nur „ein wenig mehr Impfungen“ gebracht.
Die SPD-Politikerin sieht keinen Versorgungsengpass, wenn die Impfzentren Ende September schließen. Dann würden sich neben Haus- und Betriebsärzten sowie den mobilen Teams auch die Krankenhäuser am Impfen beteiligen. Bislang hätten bereits sieben Krankenhäuser ihre Bereitschaft dazu erklärt.

Kritik an 2G: Werden Ungeimpfte diskriminiert?

Das sächsische Bäckerhandwerk kritisierte mögliche 2G-Regelungen als Einschränkungen für den Innenbereich von Bäckerei-Cafés. Sollte die Regel in Kraft treten, seien die Betriebe nicht bereit, ihre Kunden zu kontrollieren, betonte Landesobermeister Roland Ermer.
Der Verein Initiative Familien warnte unterdessen davor, Kinder und Jugendliche zu diskriminieren. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten in der neuen Corona-Schutzverordnung von den Einschränkungen der 2G-Option ausgenommen werden, hieß es. Die AfD-Fraktion kritisierte, dass auch der aktuelle Entwurf zur Corona-Schutzverordnung keine dauerhafte tragfähige Strategie zum Leben mit dem Virus biete.

Schutzverordnung Sachsen: Was gilt in Schulen?

In Sachsen sollen die Kitas und Schulen auch im Herbst im Regelbetrieb bleiben - selbst wenn die Infektionszahlen steigen. „Der Präsenzunterricht bleibt oberste Maxime“, betonte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstag. Regelmäßige Corona-Tests und Maskenpflicht in bestimmten Bereichen bleiben bestehen, für Mädchen und Jungen gilt die Schulbesuchspflicht. Das sieht die vom Kabinett parallel zur Corona-Schutzverordnung am Dienstag verabschiedete Schul- und Kita-Coronaverordnung vor. Die Regeln gelten bis zum 20. Oktober.
An den Schulen sind zweimal pro Woche Corona-Tests vorgesehen. Die Selbsttests sollen weiterhin kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 gilt wie bisher an den weiterführenden Schulen Maskenpflicht im Unterricht. Geimpfte und Genesene sind prinzipiell von der Testpflicht befreit - ebenso Mädchen und Jungen in Krippen und Kindergärten.
Eingeschränkter Regelbetrieb für Schulen und Kitas ist erst bei der sogenannten Überlastungsstufe vorgesehen. Also dann, wenn in Sachsen mindestens 1300 Krankenhausbetten auf den Normalstationen oder 420 Betten der Intensivstationen mit an Covid-19-Erkrankten belegt sind.
Seit Anfang Oktober wird in Sachsen – wie auch in anderen Bundesländern – über die Abschaffung der Maskenpflicht in Schulen diskutiert. Die neusten Infos dazu lest ihr hier:

Corona in Sachsen: Aktuelle Inzidenz und Impfquote

In Sachsen liegen einige Landkreise über einem Corona-Inzidenzwert von mehr als 100. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts waren das am Freitag, den 15.10.2021 die Regionen Mittelsachsen (184,1), Erzgebirge (143,7), und Bautzen (107,0). Die geringsten Werte verzeichnet aktuell das Vogtland (39,7).
Das RKI gab die Sieben-Tage-Inzidenz für ganz Sachsen mit 92,5 an.