In Sachsen laufen Ermittlungen gegen 17 Beamte eines mobilen Einsatzkommandos des Landeskriminalamtes (LKA). Die Vorwürfe betreffen Diebstahl beziehungsweise Beihilfe zum Diebstahl, Verstöße gegen das Waffengesetz sowie Bestechlichkeit, wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das LKA am Dienstag, 30. März, mitteilten.
Am gleichen Tag wurden demnach im Raum Dresden die Privatwohnungen von vier Hauptbeschuldigten und die Diensträume aller Beschuldigten durchsucht.

Berlin/Leipzig

Beschuldigte Spezialkräfte sollen mindestens 7000 Schuss Munition entwendet haben

Den Hauptbeschuldigten im Alter von 32 bis 49 Jahren wird vorgeworfen, im November 2018 aus Dienstbeständen mindestens 7000 Schuss Munition entwendet und diese als Bezahlung bei einem privaten Schießtraining auf einer Schießanlage in Güstrow genutzt zu haben.
Das mobile Kommando habe sich damals zu einer Ausbildungswoche im Norden befunden, hieß es: „An dem nicht genehmigten Schießtraining nahmen weitere 13 Polizeibeamte im Alter von 30 bis 54 Jahren teil, bei denen der Verdacht der Beihilfe zum Diebstahl und des Verstoßes gegen das Waffengesetz besteht.“
Das Verfahren beruhe auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Schwerin gegen den gesondert Verfolgten Frank T., den damaligen Inhaber der Firma in Güstrow. Wegen der herausgehobenen Bedeutung habe die Generalstaatsanwaltschaft Dresden nun Verfahren gegen sächsische Polizeibeamte von der Schweriner Staatsanwaltschaft übernommen.

Generalstaatsanwaltschaft prüft Verbindungen zu rechtsextremer Gruppierung

Die bei der Durchsuchung sichergestellten Gegenstände sollen nun ausgewertet werden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft weiter mit. Ferner prüfe man etwaige Verbindungen zu der Gruppe „Nordkreuz“. Bislang lägen dafür aber keine Anhaltspunkte vor.
Hinter „Nordkreuz“ verbirgt sich eine mutmaßlich rechtsextreme Prepper-Gruppierung. Anhänger dieser Szene bereiten sich mit dem Horten von Vorräten auf einen Katastrophenfall, den „Tag X“, vor. Zum Teil legen sie auch illegale Waffenlager an und führen - wie im Fall „Nordkreuz“ – Listen mit Namen politischer Gegner.