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| 19:01 Uhr

Sachsen beschließt Nahverkehrsplan
Mit Rad und Bus durch die Stadt

 Vorfahrt fürsRad: Sachsen will Lücken im Radwegenetz zu schließen und neue Schnellverbindungen für Radler zu bauen.
Vorfahrt fürsRad: Sachsen will Lücken im Radwegenetz zu schließen und neue Schnellverbindungen für Radler zu bauen. FOTO: dpa / Britta Pedersen
Dresden. Sachsens Landesverkehrsplan legt den Fokus auf den öffentlichen Nahverkehr. dpa

Sachsen will den öffentlichen Nahverkehr stärken und die ländlichen Regionen besser an die Ballungszentren anbinden. Das sieht ein Entwurf des sächsischen Landesverkehrsplanes 2030 vor, den Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) am Montag in Dresden vorstellte. Unter anderem soll ein einheitlicher Sachsentarif eingeführt sowie das Plus-Bus-Netz ausgebaut und enger mit dem Schienenverkehr verknüpft werden. Das Land zahlt den Angaben zufolge pro Jahr rund zehn Millionen Euro für die Busförderung. Dieses Niveau solle gehalten oder verbessert werden, betonte Dulig. „Mobilität hat auch mit gesellschaftlicher Teilhabe und Freiheit zu tun.“

Der Entwurf sieht zudem vor, Lücken im Radwegenetz zu schließen und neue Schnellverbindungen für Radler zu bauen. Laut Ministerium sind derzeit allein 450 Kilometer Radstrecke in Planung oder im Bau, um bereits geplante Vorhaben an Bundes- oder Staatsstraßen umzusetzen.

Der Grünen-Fraktion im Landtag geht der Radwege-Ausbau nicht weit genug: Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr sei zwischen 2010 und 2015 von 7,5 Prozent auf 7,8 Prozent gestiegen. „Innerhalb der dreifachen Zeit bis 2030 sollen nur weitere 0,3 Prozentpunkte hinzukommen. Das ist doch lächerlich“, kritisierte die verkehrspolitische Sprecherin Katja Meier. Zudem berücksichtige der Entwurf nicht genügend die schrumpfenden Einwohnerzahlen bis 2030 und die aus Sicht der Grünen daher unnötigen Neubauvorhaben von Staatsstraßen.

Der Entwurf wurde im Januar vom Kabinett freigegeben und skizziert die Ideen der Landesregierung für die künftige Mobilität. Im Sommer soll er nach dem Willen von Dulig verabschiedet werdet, bevor dann Anfang September eine neue Landesregierung gewählt wird. Noch bis zum 21. März kann der Landesverkehrsplan online oder in Behörden von Bürgern eingesehen werden. Bis zum 23. April haben die Sachsen sowie Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Den Straßen im Land bescheinigt der Entwurf einen eher schlechten Zustand: Laut Erhebung von 2017 befinden sich 43,5 Prozent der Staatsstraßen in einem schlechten Zustand. Generell gelten die Prinzipien Erhaltung vor Ausbau sowie Ausbau vor Neubau, wie Dulig erklärte. Der Landesverkehrsplan 2030 beinhaltet 25 Neubauvorhaben, wovon 16 allerdings aus früheren Plänen übernommen wurden. Mit mehr Versuchs- und Pilotstrecken will Sachsen zudem die Forschung zu neuen Antriebstechnologien und zum autonomen Fahren voranbringen.

 Vorfahrt fürs Rad: Sachsen will Lücken im Radwegenetz schließen und neue Schnellverbindungen für Radler bauen.
Vorfahrt fürs Rad: Sachsen will Lücken im Radwegenetz schließen und neue Schnellverbindungen für Radler bauen. FOTO: dpa / Britta Pedersen