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| 16:45 Uhr

Kaufhaus Görlitz: Pläne zur Wiederbelebung
Mit innovativer Mode und Luxus-Sortiment zum Erlebniskaufhaus

Das noch immer leerstehende Jugendstil-Kaufhaus in Görlitz. Hinten links leuchtet das CityCenter hindurch, mit dem das Gebäude verbunden werden soll.
Das noch immer leerstehende Jugendstil-Kaufhaus in Görlitz. Hinten links leuchtet das CityCenter hindurch, mit dem das Gebäude verbunden werden soll. FOTO: Kaufhaus Görlitz
Görlitz. Das Kaufhaus in Görlitz gilt als das schönste in Deutschland – ein „Lafayette“ im Osten Sachsens. Im Jahr 2013 hat es der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker gekauft, um ihm wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Bekannt wurde es vor allem als Kulisse für den Hollywood-Film „Grand Budapest Hotel“. Doch wann wird es endlich  wieder zum Einkaufstempel? Von Frank Hilbert

Auf der Kaufhaus Görlitz-Website schreibt der Eigentümer zwar noch immer „dass eine Eröffnung des Kaufhaus Görlitz ab 2017 realistisch ist“, doch das sei wohl dringend der Korrektur bedürftig, wie die RUNDSCHAU von Stefanie Eggers auf Nachfrage erfährt. Sie ist zuständig für die Unternehmens-Kommunikation bei der Kaufhaus Görlitz GmbH.

Im April 2018 wurde in Görlitz das Modehaus am Postplatz eröffnet.
Im April 2018 wurde in Görlitz das Modehaus am Postplatz eröffnet. FOTO: Kaufhaus Görlitz

„Ja, Winfried Stöcker hat im März auch das gegenüberliegende CityCenter Frauentor erworben, um beide Gebäude miteinander zu verbinden“, sagt Stefanie Eggers. Was folgt, ist Zukunftsmusik. Noch.

Wie man innovative Mode eindrucksvoll in Szene setzt, zeigt der in Görlitz ausgetragene Euro Fashion Award. Der internationale Mode-Wettbewerb für junge 
professionelle Designer wurde 2018 bereits zum zweiten Mal imposant im Jugendstil-Kaufhaus Görlitz ausgetragen und zog das Interesse der internationalen 
Fashionszene auf Görlitz.
Wie man innovative Mode eindrucksvoll in Szene setzt, zeigt der in Görlitz ausgetragene Euro Fashion Award. Der internationale Mode-Wettbewerb für junge professionelle Designer wurde 2018 bereits zum zweiten Mal imposant im Jugendstil-Kaufhaus Görlitz ausgetragen und zog das Interesse der internationalen Fashionszene auf Görlitz. FOTO: Stadt Görlitz

Das historische Kaufhaus mit Elementen des Jugendstils soll nicht nur im Innern komplett restauriert und saniert, sondern auch noch erweitert werden. Ein zurückgesetzter Anbau sei notwendig, um die vertikale Erschließung in Richtung des CityCenters zu realisieren. Der Anbau soll mit Rolltreppen ausgestattet werden und in Höhe des zweiten Stocks einen Übergang zum CityCenter haben. Im Untergeschoss soll eine Verbindung die notwendigen  logistischen Voraussetzungen zwischen den Häusern, der Technik und dem Parkhaus ermöglichen. Im Erdgeschoss  ist eine Piazza zum Verweilen geplant und es soll dort auch Lebensmittel geben. Parken können künftige Kunden im Parkhaus des CityCenters mit 560 Stellplätzen.

„Unser Ziel ist es, einen attraktiven, kundenfreundlichen und über die Grenzen hinaus wettbewerbsfähigen Mittelpunkt in Görlitz zu schaffen, der den Einkaufswünschen der Kunden gerecht wird. Die bereits ansässigen Unternehmen im CityCenter flankieren perfekt das gehobene Sortiment des zukünftigen Kaufhaus Görlitz“, heißt es seitens des Unternehmens. Mit der Realisierung dieses Vorhabens werde sich die zur Verfügung stehende Verkaufsfläche auf rund 20 000 Quadratmeter belaufen. Doch wann endlich soll es losgehen? „Wir hoffen, im nächsten Jahr damit beginnen zu können“, zeigt sich Stefanie Eggers optimistisch. Voraussetzung sei die Baugenehmigung seitens der Stadt Görlitz.

„Der Stadtrat hat am 30. August dieses Jahres den Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan beschlossen. Planungsziel ist die Schaffung von Baurecht für den Umbau und die Erweiterung des Kaufhauses in Verbindung mit dem Citycenter unter Einbeziehung öffentlicher Verkehrsflächen“, sagt Stadtsprecherin Sylvia Otto auf Nachfrage.

In den Bebauungsplan sollen die „schon weit fortgeschrittenen, konkreten Bauprojekt-Unterlagen des Vorhabenträgers“ eingearbeitet werden. Es gab eine frühzeitige Bürgerbeteiligung. Es folge die übliche Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange und die öffentliche Auslegung. „Ein Satzungsbeschluss und in dieser abschließenden Phase eine Baugenehmigung sind bei optimalem Planablauf im nächsten Jahr denkbar“, sagt Sylvia Otto.

Doch völlige Ruhe herrschte im imposanten Kaufhaus in diesem Jahr nicht. So ist zwischen Juni und August die Tragfähigkeit der einzelnen im Jahr 1912 errichteten Geschossdecken geprüft worden. Nur durch statische Berechnungen sei dies nicht mehr möglich gewesen, betont das Unternehmen. Daher sei eine spezielle Versuchsanlage notwendig geworden. Das Ergebnis: Die Decken befänden sich in „tadellosem Zustand“.

Und noch einen Höhepunkt habe es 2018 gegeben, betont Stefanie Eggers: „Im April wurde das Modehaus am Postplatz eröffnet, und es läuft ganz gut. Dort testen wir ein Premium-Segment vom Kassensystem bis zur Warenwirtschaft und auch erste Marken. Unsere Kunden haben Spaß an diesem Modeangebot.“ Auf drei Ebenen und einer Verkaufsfläche von rund 450 Quadratmetern biete das Modehaus hochwertige Kollektionen für Damen und Herren, Accessoires und modische Taschen. Auch ein kleines Café gebe es.

Erklärtes Ziel von Winfried  Stöcker ist es, das Jugendstil-Kaufhaus auf allen fünf Etagen zu einem Premium-Erlebniskaufhaus, inklusive Gastronomie, Feinkost-Abteilung und Weinkeller, zu verwandeln. Im fünften Obergeschoss ist zudem eine große Terrasse mit weitläufigem Blick geplant. Wann die Görlitzer und deren Gäste in diesem Kaufhaus endlich shoppen können, dazu gibt es derzeit keine verbindliche Aussage seitens der Kaufhaus Görlitz GmbH.

Bis dahin werde es diverse Veranstaltungen geben. Dazu gehören neben Führungen (siehe Info-Box) auch der Euro Fashion Award, der in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal im noch leeren Gebäude stattfand. „Es ist der einzige europäische Modewettbewerb aus Deutschland für aufstrebende Masterabsolventen und junge professionelle Designer“, sagt Eva Wittig, Marketing-Chefin und Prokuristin der  Europastadt Görlitz/Zgorzelec GmbH für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus. Die Siegprämie betrug übrigens 25 000 Euro.