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| 02:56 Uhr

Mit Experten gegen Cyberkriminalität

Jörg Michaelis ist Chef des LKA Sachsen.
Jörg Michaelis ist Chef des LKA Sachsen. FOTO: dapd
Dresden. Die Täter von Internetkriminalität agieren weltweit und sind nur sehr schwer zu fassen. Experten sehen in ihnen ein großes Sicherheitsproblem. dpa/lho

Sachsen rüstet sich nun für ein weiteres Anwachsen der Verbrechen im Internet. "Wir haben es mit einem sich schnell entwickelnden, dynamischen Deliktbereich zu tun", sagte Jörg Michaelis, Chef des Landeskriminalamtes (LKA), am vergangenen Dienstag in Dresden. Im Jahr 2013 wurden allein im Bundesland Sachsen 11 663 Fälle registriert, bei denen das Internet eine Rolle spielte. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 waren es nur 7631 bekannte Fälle.

2295 Straftaten aus dem vergangenen Jahr betrafen Cybercrime im engeren Sinne - hier wurde der Computer von Kriminellen beispielsweise beim Ausspähen von Daten oder zum Manipulieren beim Online-Banking genutzt. Der Schaden dabei belief sich dabei auf mehr als eine Million Euro. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer bei den Internetverbrechen aus, da betrogene Firmen oder Privatleute oft keine Anzeige erstatten.

Im Landeskriminalamt nahm am Dienstag eine Spezialeinheit für Internet-Kriminalität die Arbeit auf. 67 Spezialisten widmen sich fortan ausschließlich diesem Thema. Zwei Informatiker und ein Ingenieur wurden für das Cybercrime Competence Center Sachsen - so der offizielle Name - neu eingestellt. Der Rest der Mannschaft stammt aus Polizeidirektionen, die sich bislang dezentral mit Internet-Kriminalität befassten. Landespolizeipräsident Rainer Kann sprach von einem der "wichtigsten Sicherheitsprobleme unserer Zeit": "Niemand ist vor solchen Angriffen sicher." Man könne sie zwar nicht komplett verhindern: "Wir wollen es den Cyberganoven aber deutlich schwerer machen."

Zwei Experten des LKA simulierten am Dienstag bei einem "Hacking", wie schnell sich ein Server knacken lässt. Das Problem der Ermittler: Auch wenn der Server in Russland oder Kanada steht, sitzt der Täter womöglich im Nachbarhaus.

Jörg Michaelis und Rainer Kann kündigten für die neue Spezialeinheit gegen Kriminalität im Netz auch sofort angemessene Technik und regelmäßige Weiterbildung an. Zugleich appellierten sie an die Politik, die Vorratsdatenspeicherung und die sogenannte Quellen-TKÜ - die Überwachung von Telekommunikationsvorgängen und -inhalten - zu ermöglichen.