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| 01:10 Uhr

Minister verteidigt Schließung der Crostwitzer Sorben-Schule

Dresden.. Kultusminister Karl Mannsfeld (CDU) hat die bevorstehende Schließung der sorbischen Mittelschule in Crostwitz (Landkreis Kamenz) verteidigt.

"Die Schließung ist ein Einschnitt in die gewachsene sorbische Schulstruktur, aber notwendig und vertretbar", sagte der Minister im Landtag. Der Vorgang sei bedauerlich, aber unvermeidlich. Es gebe zu wenige Schüler. Die PDS scheiterte mit ihrem Antrag, die Schulschließung auszusetzen.
Die Sorben hingegen drängen auf verbindliche Sonderregelungen für den Erhalt sorbischer Schulen. Wie der Vorsitzende des sorbischen Dachverbandes Domowina, Jan Nuck, sagte, hat Sachsens Kultusministerium immer Schülerzahlen und angebliche Bildungsziele zum "Maßstab aller Dinge" genommen. Der Vergleich mit der deutschen Mehrheitsbevölkerung sei jedoch ungeeignet bei der Entscheidung, ob sorbische Schulen weiter bestehen dürften. Die Domowina hält eine bindende Rechtsverordnung für das sorbische Schulwesen deshalb für notwendig und will ihre Thesen dazu an die sächsische Regierung übermitteln. Nach den Vorstellungen der Sorben müssen sorbische Schulen generell einzügig existieren dürfen.
Die Mittelschule in Crostwitz, die zum Ende dieses Schuljahres wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen werden soll, gibt die Domowina noch nicht verloren. Gegen die Entscheidung des Kultusministeriums würden Eltern betroffener Schüler möglicherweise gerichtlich vorgehen, sagte Nuck. (dpa/ddp/bra)