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Minderheitenparteien werben für Gründung eines Sorbenparlaments

Bautzen. . Die Initiativgruppe Serbski Sejmik macht Ernst: Unmittelbar nach Abschluss des Kongresses der European Free Alliance (Efa) am Wochenende in Bautzen, will sie offiziell "die Schaffung der politischen Rahmenbedingungen für die Gründung einer sorbischen Volksvertretung" beantragen. U. Menschner/ume1

Dies hat der Präsident der Lausitzer Allianz, Hannes Wilhelm-Kell, am Freitag am Rande der Tagung erklärt.

Bautzen ist derzeit Mekka für all jene, die Völker ohne eigenen Staat für politisch benachteiligt und besonders schutzbedürftig halten. Diese politischen Parteien und Organisationen, zu denen auch die Lausitzer Allianz zählt, haben sich in der European Free Alliance (Efa) zusammengefunden. Diese ist auch im Europäischen Parlament vertreten.

"Wir bestehen aus 40 Parteien, die unter anderem die Katalanen, Schotten und Korsen vertreten", erklärt der Präsident der Efa, Francois Alfonsi, selbst Korse. All jene politischen Kräfte eint die Überzeugung, dass "Völker ohne eigene demokratisch legitimierte politische Vertretung keine Zukunft haben."

"Wir leben seit 1500 Jahren ohne das Recht auf politische Selbstbestimmung", klagt Wilhelm-Kell. "Unmittelbar nach dem Abschluss dieses Kongresses werden wir beim Bund sowie bei den Ländern Sachsen und Brandenburg den Abschluss eines Staatsvertrages zum Erlass eines Gesetzes für die Bildung der sorbischen Volksvertretung beantragen. Dieses muss dann die Strukturen, Verfahren und Kompetenzen des ‚Serbski Sejmik' regeln", erklärt der Präsident der Lausitzer Allianz. Die Domowina als Dachorganisation der sorbischen Vereine und Verbände sei nicht geeignet und nicht legitimiert, die politische Vertretung des sorbischen Volkes zu übernehmen. "Dennoch gibt es in unserem Konzept einen Platz für den Verband, der aus diesem Prozess sogar gestärkt hervorgehen könnte", wie Mitinitiator Thomas Zschornak betont.