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Millionen in Sächsischer Schweiz

Bad Schandau/Dresden. Der Nationalpark Sächsische Schweiz gibt jährlich etwa eine halbe Million Euro für die Instandhaltung und Pflege seines Wanderwegnetzes aus. "Drei Millionen Besucher jährlich hinterlassen Spuren, ebenso wie die Witterung", sagte Hans-Peter Mayr, Sprecher der Verwaltung, vor dem heutigen Europäischen Tag der Parks. Simona Block

"Wir haben allein acht Kilometer Steiganlagen." Das Holz der Leitern oder Geländer müsse alle sieben Jahre erneuert werden.

Auch wenn Forstfahrzeuge im Zuge der Waldpflege unterwegs waren, müssen Wege repariert werden. "Vandalismus haben wir weniger", sagte Mayr. Auch Graffiti an Felsen oder Einrichtungen seien eher die Ausnahme. Laut Mayr hat in letzter Zeit die Zahl der in die Natur geworfenen Taschentücher zugenommen. Die meisten Gäste aber verhielten sich kultiviert und befolgten die Regeln.

Beim Umbau von dem über Jahrhunderte forstwirtschaftlich genutzten Fichten- zum Mischwald hinkt der Nationalpark laut Mayr hinterher. Die Vorgabe der Internationalen Naturschutzunion von 75 Prozent naturnaher Fläche werde erst 2030 erreicht - mit zehn Jahren Verzug. "Wir können nur im Winter Waldpflege betreiben, Bäume fällen und rausholen", erklärte er. Momentan liege man bei etwa 60 Prozent.

Sachsens einziger Nationalpark erstreckt sich auf 9350 Hektar der Sächsischen Schweiz, einem Teil des Elbsandsteingebirges am Oberlauf der Elbe zwischen Pirna und Decín (Tschechien). Er wurde 1990 gegründet. Darin liegen 516 Kilometer Wanderwege, darunter der bekannte Malerweg, und 755 Klettergipfel. Bei Touristen ist vor allem die Bastei beliebt, ein bebautes Felsengebilde hoch über dem Fluss.

Seit 17 Jahren besteht eine enge Kooperation mit dem Nationalpark Böhmische Schweiz auf tschechischer Seite. Es gibt den Angaben nach Absprachen bei Wild- und Waldentwicklung, Datenbanken zu Flora und Fauna oder zum Besuchermanagement. Das insgesamt 16 500 Hektar große Gebiet der beiden Nationalparks wird auch von Wanderern grenzüberschreitend genutzt.

Ein weiterer Vorteil: Die Gebiete erreichen erst zusammen die internationale Mindestgröße für einen Europäischen Park von mindestens 10 000 Hektar. Es ist einer von europaweit mehr als 300, die jährlich am 24. Mai ins Licht gerückt werden. Ziel ist es, vorhandene Schutzgebiete - neben Nationalparks Biosphärenreservate und Naturparks - bekannter zu machen.

Der Freistaat unterhält neben dem Nationalpark ein Biosphärenreservat - die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft - sowie zwei nicht bestätigte Wildnisgebiete - Königsbrücker Heide und Gohrisch Heide. Zudem werden die drei Naturparks Dübener Heide, Zittauer Gebirge und Erzgebirge/Vogtland gefördert.