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Mehr Zeckenbiss-Infektionen in Sachsen

Leipzig/Pirna. Sie lauern im Gras oder in Büschen und beißen zu. Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. In Sachsen ist die Zahl der Infektionen deutlich gestiegen. dpa/rdh

Die Zahl der Infektionen mit Borreliose hat in diesem Jahr in Sachsen zugenommen. Nach Angaben des Berliner Robert Koch-Institutes wurden 2016 bislang 1467 Fälle registriert, im gesamten Vorjahr waren es 1338. Experten warnen allerdings auch vor verfrühten Prognosen. "Die Krankheit wird durch Bisse von Zecken übertragen und deren Population ist immer starken Schwankungen unterworfen", sagte eine Sprecherin des Institutes. Im Jahr 2012 habe es in Sachsen 916 Fälle gegeben, im Jahr 2006 waren es 2215.

"Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, aber Medikamente zur Behandlung", so die Sprecherin. Borreliose kann unbehandelt zu Gelenk-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen führen. Neben der Borreliose würden die Zecken auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Bislang habe es in diesem Jahr sieben Fälle in Sachsen gegeben, im Vorjahr seien es fünf gewesen. Gegen FSME gibt es Impfungen.

Der Staatsbetrieb Sachsenforst rät unter anderem zum Auftragen von Insektenschutzmitteln. Nach Spaziergängen und Wanderungen durch Wald und Flur sollten insbesondere Beinbeugen, Kniekehlen, Achseln, Nacken, Kopf nach Zecken abgesucht werden. Zeitnahes Entfernen verringere das Risiko einer Borrelioseinfektion, hieß es. Generell sei mit der derzeitigen Herbstwitterung die Aktivität der Zecken schon etwas eingeschränkt, aber vorüber sei die Saison noch nicht.